Brits | Vom Wert der Freien Rede

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The Sun, eine der großen britischen Zeitungen (auf tirolerisch leicht als „Die Sunn“ – Die Sonne – auszusprechen) bringt am 11. März in der Meinungsrubrik „The Sun Says“ ihren Standpunkt zur Kündigung von Piers Morgan, dem überaus beliebten Schaumann in „Good Morning Britain“ (GMB) beim Sender ITV.

Wie bekannt, hatte der Starmoderator gesagt, er glaubte Meghan Markle nicht einmal dann, wenn sie den Wetterbericht vortrüge. Die Sunn sagt, Morgan habe „dead right“ getan, bei ITV das Handtuch zu werfen, nachdem der Sender-Arbeitgeber wegen einer Beschwerde der Sussex und einiger ihrer „Follower“ (41.000) die öffentliche Zurücknahme seiner Meinung verlangt hatten. Die Sunn sagt, auch sie sei nicht mit allem einverstanden, was Piers Morgan von sich gibt, aber – und jetzt kommt es BRITISCH vom Feinsten (meine Hervorhebung):

„You may or may not agree with Morgan. Free speech is about the right to disagree.“

So einfach kann man zusammenfassen, um was es zurzeit in der Welt geht. Hongkong, L.A., Washington, Moskau, Berlin, Stockholm, Barcelona. Unter verschiedensten Titeln und Marken (siehe weiter unten) streiten „Murrer“ gegen  Regierungs- und Meinungsmacht und werden gnadenlos verfemt. Medial befeuerte „Bewegungen“ übertragen die Verantwortung für die erwiesene oder angebliche Schuld Einzelner geradewegs auf ihre Gruppenzugehörigkeit (Klasse, Rasse, Geschlecht, Religion, Beruf), ohne sich im geringsten bewusst zu sein, dass z.B. der Rassismus und der historische Antisemitismus genau auf dieser Art von unzulässiger Verallgemeinerung gründen. Genauso unzulässig ist nebenbei auch die Verallgemeinerung des Guten und Schönen vom Einzelfall auf eine Gruppe,  siehe die verschiedenen rassischen, religiösen und nationalistischen Überlegenheitsdünkel, zu denen auch der Feminismus, der Sozialismus und der Ökologismus gehören.

Die Sunn wieder zum Fall Meghan:

„The Sussexes had their say, without any meaningful scrutiny from their interviewer. Morgan should have been allowed his, without being told to make a meaningless apology and losing his job when he refused.“

„The world is a dangerous place when only one version of events is allowed.“

Fett gedruckt: Bei der Freiheit zu widersprechen geht es nicht um eitle Meinungen oder um Rechthaberei zu irgendwas, sondern darum, dass es GEFÄHRLICH ist und schlimm enden kann, wenn große Mächte damit ernst machen, nur eine Deutung und Bedeutung von Worten und Ereignissen zuzulassen und abweichende Ansichten zum Verbrechen erklären.

Freie Rede: Eitel oder Notwendig? Bild: The Happy Land (Detail) - D. H. Friston - Illustrated London News 1872 - Public Domain
Freie Rede: Eitel oder Notwendig? Bild: The Happy Land (Detail) – D. H. Friston – Illustrated London News 1872 – Public Domain

Die freie Rede ist damit nichts anderes als eine vorausblickende Rückversicherung des Wohlergehens einer Gemeinschaft, eines Volkes, die doppelte Absicherung des bürgerlichen Friedens und Zusammenhalts. Wir dachten, das alles hinter uns gelassen zu haben mit den Nazis (1945) und den Sowjetkommunisten (1989). Aber seit 2020 schaut es nun so aus, als ob der unduldsame Moralismus des absoluten EGO gerade im freiheitsverwöhnten Westen seine Gewalt und zerstörerische Wirkung zu entfalten versuchte. 

Die Medienprinzessin Meghan Markle und ihr „Hostage Harry“ (The Sun) sind eine exemplarische Chiffre für dieses weinerlich-trügerische Heischen nach Mitgefühl, nach vermeintlicher Benachteiligung, dieses öffentliche Herzeigen von „Diskriminierung“ und das schaumäßige Anklagen von „bösen“ Gestalten.

Das Sussex-Paar ist sozusagen die personifizierte Spitze von „Fridays for Future“, „Black Lives Matter“, Covid-Lockdown, Covid-Impfnötigung, Antifa-Hysterie, Femizid-Empörung, Genderspeech, Putin-Haue, Trump-Verachtung, Migranten-Hätscheln, Männerverachtung, Frauenvergötterung, Gebärunwillen, Meinungsächtung usw. usf.  Es bräuchte ein ganzes Buch, um den inneren Zusammenhang zwischen all diesen realen oder auch nur medialen Erscheinungen aufzuzeigen.

Schließen wir mit etwas Britischem, das ebenso mit Freiheit zu tun hat und ebenso im Zeichen der „Reduktion von Komplexität“ steht.

Foto: mini.it
Foto: mini.it

Der 2020 vollzogene Brexit (eine krachende Niederlage der EU) ist die klare Folge des August 2015, als Kanzlerin Merkel  einwanderungswillige Massen aus dem arabisch-muslimischen Raum in die Bundesrepublik Deutschland einreisen ließ und zum Bleiben einlud. Die Briten, die schon Erfahrung mit Einwanderung aus ihren ehemaligen Kolonien hatten und schon länger überlegten, aus dem Brüssler Zweckverband auszutreten, sahen dies als fatales Vorzeichen. Mit anderen Worten, die Brexit-Abstimmung im Vereinten Königreich von 2016 wäre ohne die deutsche Willkommens-Aktion höchstwahrscheinlich anders ausgegangen. Aber so sind alle Freunde der Freiheit  um ein weiteres Mal froh, dass es die unbeugsamen Briten gibt.   

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Dr.phil. Georg Dekas

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