Macht | Ökolinke gegen Biorechte

Binder mit Knoten (c) dege
Binder mit Knoten (c) dege

Ein anmaßender Zeitgeist beherrscht die öffentliche Meinung und Sprache im Abendland. Er allein ist der Herr und Meister über das Humane und Gute. Wer anders denkt, ist schon verdächtig.

Während die Gegner des herrschenden Denkens noch unausgegoren vor sich hin poltern, findet das „System“ hunderte schicke, geschickte und so menschenfreundlich anmutende Mittel und Wege, um Kritiker und Andersdenkende je nach Anlass als Leugner, Verschwörer, Populisten, Rassisten, Rechtsextreme und sonst was dastehen zu lassen.

Riss geht quer durch die Leute

Der Meinungsstreit auf der Wort- und Bedeutungsebene zeigt an, dass sich in der westlichen Welt zwei große, einander genau entgegen stehende Parteien gebildet haben und weiterhin bilden. Migration, Euro, Syrien, Krim, Trump, Brexit, Greta und Covid sind die Marksteine einer neuen Teilung Europas nach dem Fall der Berliner Mauer. Diesmal zieht sich der „Eiserne Vorhang“ nicht mehr durch die Landschaft, sondern quer durch die Gemüter und Geister –  quer durch die Leute, Generationen, Nationalitäten und die (säkularisierten) Glaubensbekenntnisse.

Macht China Modell?

Kann eine geordnete Erneuerung der Gesellschaft überhaupt noch gelingen oder kommt es über kurz oder lang zur Revolution? Und wenn, zu welcher? Links oder Rechts? Jung oder alt? Schwarz oder weiß? Während sich der Westen mit dieser 100-Millionen-Dollar-Frage selbstbeschäftigt, hat die neue Weltmacht China bereits klare Vorstellungen. Das Marktwirtschaften (auch Kapitalismus genannt) ist in China nur der Zugochse, der auf dem Kutschbock nichts verloren hat.  Dort sitzt in konfuzianischer Haltung ein „Xi“, stets die Peitsche und die Zügel in der Hand. 2040 will China die Nr.1 der Welt sein. Harmonie und Ordnung ist das Leitwort. Ist Freiheit nur eine Einbildung des Westens?

Satis verborum stultorum

Zurück zu Europa. Die Spaltung ist schon da. Die Worte spiegeln sie nur. Damit geht nicht mehr nur um schöne oder hässliche Worte, um Sprachregelungen wie die neue Corona-Semantik oder das idiotische Gendern oder der neue Anti-Rassismus- oder der übersteigerte Feminismus-Slang. Es geht knallhart um die Veränderung der Verhältnisse. Um ein Hü oder Hott. Der Boden für Kompromisse bröckelt zusehends ab.

Wer hat die Macht und wer erbt sie?

Wer sind nun diese zwei großen Parteien und wo verlaufen die Trennlinien? Beginnen wir bei den Herrschenden: Grob gesagt sind das die Hippies und 68er, aus denen fortschreitend bürokratische Besitzstandsverwahrer („BBV“) geworden sind. Die „Revoluzzer“ von einst sind nun „oben“ und andere sind „unten“. Was entgegen steht oder gar aufbegehrt, wird bekämpft. Soweit nichts Neues. Nur, früher waren dazu Bajonette, Gewehre und Kanonen nötig, heute genügen Presse, Show und Paragrafen. Früher rekrutierte man die Jugend mit Drill, heute mit Überredung. Und siehe da, wer sitzt da in der Mehrzahl in den Redaktionen, auf den Richterstühlen, in den Parlamentssesseln, an den Lehrerpulten? Es sind die Sozialisten, Feministen, Pazifisten, Anarchisten, „Grüne“ – der Sammelbegriff lautet Linke. Von Frauen und Männern wird bald gar nicht mehr zu reden sein, das ist 19. und 20. Jahrhundert. Sinnbild der Macht war früher ein ordensbehängter General, ein Kapitalist mit Zylinder und Zigarre, ein Kardinal in Purpur. Sinnbild der Macht heute sind kurzgeschorene Frauen in pastellfarbenen Hosen-Anzügen, hornbebrillte Mager-Männchen in Grau und geile Show-Ikonen. Die illiberalen Linksgeister, das sind die Babyboomer der 1950er und frühen 1960er Jahre. Das Problem wird sich also rein biologisch beruhigen. Die Frage ist, wer tritt ihr Erbe an? Wird es Generation Greta oder Generation Tamara sein? Wobei allein schon dieses antagonistische Gespann aufzeigt, dass der finale Punkt für die Protagonisten der Zukunft noch nicht erreicht ist.

Zwei Parteien üben die Revolution

Beide  Lager, Ökolinks und Biorechts, üben schon mal die Revolution. Machtpolitisch gesehen haben die jungen Ökolinken Vorteil. Sie sind die Intellektuellen. Sie erhalten den Beifall der Omas, der Medien, der Politik, sie haben den Rückenwind der Finanzmächtigen, die händeringend (Öko-) Standards brauchen, um mit neuen Maschinen und Diensten weiter Geld machen zu können. Das ist derselbe Kapitalismus, also der Zugochse, der im Westen auch auf dem Kutschbock sitzt und lenkt. Dieses Vieh braucht dringend noch mehr und neue Konsumenten. Die satten Alten tun es längst nicht mehr. Frauen und Farbige sind seine  Lieblingszielgruppen, denn bei denen liegen schier unerschöpfliche Konsumreserven. Dennoch könnten die netten Ökolinken durchaus zu Elternmördern werden, wenn es das „Klima“ oder die „Wissenschaft“ gebietet. Der Covid-Lockdown hat allen einen Vorgeschmack gegeben, wie eine Öko-Diktatur à la Extinction Rebellion beschaffen sein könnte.

Die Biorechten sind gegenüber den gefeierten und gehätschelten Ökolinken in einer fast aussichtslosen Position. Sie sind nicht die Intellektuellen. Tun sich schwer im Schreiben und Reden. Aber sie wissen, was sie wollen. Sie wollen Bio-Familien in Bio-Ländern mit Bio-Fachkräften und Bio-Gesetzen. Auf deutsch: Natürliche Dinge halt, so wie Landsleute, die mehr oder weniger gleich sprechen und ausschauen, eine Gesellschaft die lieber mehr als weniger funktioniert und auf Ordnung hält, eine gute, dauerhafte Arbeit, ein gemütliches und sicheres Zuhause, einen netten, sauberen und fleißigen Burschen als Mann, ein nettes, sauberes und fleißiges Mädel als Frau, zwei Kinder, die man gemeinsam aufzieht, ein zünftiges Miteinand in Dorf und Stadt, Gaudi, Heimatliebe, Gottvertrauen und das tägliche bescheidene Gute, was das Leben lebenswert so macht, aber nicht verwüstet.

Für diese biologisch natürlichen Wünsche bietet das ökosoziale Herrschaftskartell immer weniger Raum und Chance auf Gelingen. Die Biorechten spüren das mehr als sie es wissen. Daher haben populistische Agitatoren und Parteien auch so leichtes Spiel.  Es ist die dumpfe Phase des ersten Aufbäumens. Die Biorechten – sprich wir ganz normalen Menschen – sind arg verwundert, warum  scheinbar ewig gültige Werte und selbstverständliche Gewohnheiten auf einmal nicht mehr gültig und praktikabel sein sollen. Noch befindet sich dieses Lager wie gesagt in der unkoordinierten Überreaktion auf dramatische Störungen der tradierten Lebensweise. Aber es wird sich bald der Nebel lichten und auch auf dieser Seite jemand erscheinen, der das Programm gegen die Ökolinken authentisch verkörpert.

Hänsel und Gretel reloaded

Sagen wir, die ökolinke Gretel wird Gesellschaft bekommen von einem biorechten Hänsel. Der wird aber nicht in der Gittersteige der Hexe sitzen und nur darauf warten, bis auch er für den Suppentopf genug gemästet ist.  Dann wird es wieder rund gehen in Europa.

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Dr.phil. Georg Dekas

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