Techno| Ei, Mario eilt herbei

Ferrero - Kinderüberraschung
Ferrero - Kinderüberraschung

Das Suchen nach einer Problemlösung und das Einstellen eines Gleichgewichts bei der Corona-Pandemie ist weder etwas Leichtes noch etwas Kurzes. Schon gar nicht etwas, das man allein dem blinden Zufall oder dem zügellosen Genuss-Treiben überlassen möchte. Andererseits ist eine kollektive Gewaltkur gegen das Coronavirus – sprich eine Diktatur – ein gefährliches Gegenmittel. Wenn große Menschenmassen, mächtige Staaten und moderne Technologien sich zur Kraftanstrengung zusammenballen, dann wird es richtig gefährlich, wie wir das aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts leicht erkennen können. Das „pandemische“ Virus mag so begrenzt werden, aber die Freiheit ist dann kaputt: Und zwar die edle, die menschenwürdige und fruchtbringende, nicht die viehische der primärtriebgesteuerten Gelduntertanen.

Mit dieser Erkenntnis ergibt sich ein politisches Dilemma.

Der Appell an die Eigenverantwortung, sich vor dem Covid-19-Virus zu schützen, indem man Regierungsverordnungen befolgt, entpuppt sich als Versuch, sich nett zu zeigen, solange andere den harten Job machen. Appelle nützen genau: nichts.

Denn entweder gilt die Eigenverantwortung, dann ist jeder seines Unglückes Schmied und es werden unbegrenzte Mittel an Lehrgeld gezahlt, sprich Opfer zugestanden, und zwar so lange, bis der „Organismus“ das richtige Verhalten durch Versuch und Irrtum gelernt hat. Das ist keineswegs zynisch, sondern rational gedacht und von der Natur abgeschaut.

Oder aber es gilt die Eigenverantwortung nicht, dann muss eine höhere, also viele Einzelne umfassende Macht die Zügel und die Verantwortung in die Hand nehmen und befehlen. Die Tugend, die dann vom Einzelnen gefordert ist, ist nicht mehr Verantwortung, sondern Gehorsam.

Dieser zweite und harte Lösungsansatz zur Beseitigung einer lebensbedrohlichen Gefahr ist übrigens bei Menschen sehr beliebt – die Vielen können ihre Last an Verantwortung abwälzen und die Wenigen nehmen sie begeistert auf, weil Macht so süß schmeckt und süchtig macht. Der Meinungstrend des einfachen Volkes geht zu Beginn des Jahres 2021 bedenklich in diese Richtung.

Doch eine Diktatur geht nur dann gut aus, wenn zufällig ein Perikles oder ein Churchill zur Stelle sind. Meist ist das nicht der Fall. Wenn die Vielen entdecken, dass sie einem Machtkartell von Wahnsinnigen gehorchen, ist es zu spät (Stalin, Mao, Hitler).

Die alten Römer der „res publica“ (nicht die der Kaiserzeit) haben in Kriegszeiten stets den Senat auf Eis gelegt und einen Feldherrn auf Zeit mit unbegrenzter Befehlsmacht eingestellt. Das Zauberwort lautet „auf Zeit“. Die unbeschränkte Befehlsgewalt wird durch eine eiserne Befristung ausgeglichen, die Volksvertretung setzt den „Rex“ ein und ab, der „Rex“ muss ein erfahrener und allseits geschätzter Mann sein („vir probus“), der von allein abtritt, wenn das Problem gelöst ist. Wie man in Italien in diesen Tagen mit Mario Draghi erkennt, haben die Spätrömer doch noch Einiges bewahrt von ihren Vorahnen.

Dieses Zwitterwesen von Demokratie und Diktatur  der Marke Super-Mario ist eine neue Spielart der Technokratie. Ob es eine Lösung ist? Wir werden sehen.

Besser als die Eurokratie der Unfähigen und Anmaßenden scheint es allemal. Diese trauen sich nicht, so viel Zwang auszuüben, damit das Modell „Alt-Rom“ Erfolg haben könnte; andererseits erlauben sie den Bürgern nicht so viel an Freiheit und Eigenverantwortung, wie das für die evolutionäre Lösung des Problems nötig wäre.

 

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Dr.phil. Georg Dekas

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