Retro | Pandemia perennis?

Oberkofler Anton 1904 Der pol. Hiesl (s)

Diese Worte schreibt der Journalist Anton Oberkofler im Jahr 1904.

Warum klingen diese Sätze so frisch, in der Corona-Pandemie des Jahres 2021? Leben wir vielleicht, ohne es zu wissen, in einer „Pandemia perennis politica“ – in einer immerwährenden politischen Pandemie, vielleicht schon seit 1900? In der Tat sind die alten Worte leicht in unsere Wirklichkeit zu übersetzen.

2021 schafft es die Corona-Politik und der Globalismus, vor allem aber der Wortstreit um Klima, Einwanderung, Rassismus, Rechte und Geld, dass „die Köpfe und Zeitungen“ lichterloh brennen.

Bauer auf globalem Schachbrett

1904 war es der „Bauer“, der nicht mehr „überall mithalten“ kann. 2021 ist es der Normalbürger (Normalo), der als Bauer auf dem Schachbrett der globalen Wirtschaft  nur mehr Konsument und Steuerkuh ist. Damals waren es die „Zeitungen“, heute das „Internet“.

So viel Parteien, so viel Streit 

2021 gibt es wieder „so viele Parteien“ – nicht nur politische, sondern durch die explosive Entwicklung des geschriebenen und gesprochenen Wortes im Internet auch Aussagen, Ansichten, Meinungen und Standpunkte, die dabei sind, sich in ganz neue Lager und Streitparteien zu teilen. Lager, die „so ausländische Namen“ haben wie Brexit, Cancel Culture, Fridays for Future, Antifa, Pegida, ISS, Gender, Trumpismus, Covid, Great Reset, usw. – „daß der gemeine Mann, der nicht studiert hat, sie unmöglich verstehen kann.“

Wortflut überschwemmt Verstand

Und was 2021 noch schlimmer ist, dass der „Mann“ und heute auch die „Frau“, die studiert hat, so tun, als würden sie etwas verstehen. Die schiere Menge an veröffentlichten Worten ist gerade dabei, das verständige Begreifen zu überwuchern. Dass gerade die Hochschulabgänger (Plagiat hin oder her) meinen, sie müssten sich in einer geschraubten, wissenschaftlich klingenden Kunstsprache ausdrücken, macht es nur noch schlechter.

Das Verstehen-Wollen bricht sich Bahn

Die Fähigkeit der ordnenden Zusammenschau und des tieferen Verstehens ist ernsthaft in Gefahr – der Drang danach aber so ungebrochen stark wie zu Zeiten des Sokrates. Nur dass 2021 dieser Drang von den herrschenden Schreibeliten verächtlich als Hang zu „Verschwörungstheorien“ beiseite geschoben wird.

Die neuen Herren blocken ab

2021 ist es nicht zu übersehen, dass die einstigen Revoluzzer als „Linke“ die Schlüsselstellen in Politik und Kultur besetzen und damit die „Lufthoheit“ in der Meinungsindustrie gewonnen haben. Diese neue Elite wehrt sich mit den „alten“ autoritären Mitteln gegen alle Versuche, die neuen Zusammenhänge in der Gesellschaft zu begreifen. Besonders, wenn rote Götzen zu stürzen drohen.

Eine Gegenbewegung ist im Entstehen

Wie schon 1904 scheint eine neue Aufklärung not zu tun, die den Brand in den Köpfen wieder zu einem nützlichen Herdfeuer zurück bringen kann. Leicht ist dieses Vorhaben nicht. Aber es bricht sich Bahn, trotz der offenkundig manipulativen Brandmarkung durch die herrschende Meinung.

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Quellennachweis für den abgebildeten Text: Landesbibliothek F. Tessmann, Bozen, Digital-Archiv online

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Dr.phil. Georg Dekas

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