Sprache | Heut das Leut

Der Eine und die Vielen - Bild von G.J. Dekas (c) 2021
Der Eine und die Vielen - Bild von G.J. Dekas (c) 2021

Muss wieder einmal die Trommel rühren für den Begriff „Leute“. Wir hören allenthalben und stereotyp nur mehr „die Menschen“. Die PC-Leute am PC sind süchtig danach. Dicke drin im politischen Gutsprech, fast schon eklig: „Die Menschen da draußen.“

Ginge es ein bissl leutseliger?

  • Vergessen die Redensart „Aus Kindern werden Leute“ also Erwachsene, verantwortungsvolle Persönlichkeiten, kurz Menschen?
  • Unbekannt das hellenische Wort für freisein und Freiheit „eleutheros/ia“ (ἐλεύθερος)  mit eben diesem Wortstamm?
  • Nicht wissen die edle Herkunft: althochdeutsch liut = Volk, altenglisch leod (Eigentlich = Wuchs, Nachwuchs, Nachkommenschaft)?

Warum wird das Wort „Leute“ immer mehr dem Slang überlassen?

  • Leute, das ist eine unbestimmte Mehrzahl, eine, die gerade noch für Gesinde, Untergebene, Kumpels und Kollegen taugt, oder für den saloppen Gruß ‚Hey Leute!‘ oder als Füllwort für den eigenen Clan.
  • Leute, ein Wort, das zu minder geworden ist für den prächtigen, einzigartigen, hochbegabten, höchst einmaligen, heraus stechenden, durchlauchten „Mensch“. Homo Humanus – der Einzelne, Star, Krone der Schöpfung, Individuum, Axiom der westlichen Kultur.

Nun, da gibt es Abhilfe. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Ladies and Gentlemen! Auf unserer Bühne begrüßen wir jetzt:

„Das Leut“. Einzahl, süddeutsch und sogar noch drin im Duden. Steht für Mensch, Mann, Weib. Bravo, bravissimo, bis!

Ach was, völlig umsonst, dieses altmodische Werben für das besondere Sprechen. Werde wohl noch lange der einzige sein, der ab jetzt dieses so herrlich genderneutrale Wort gleichbedeutend mit „Mensch“ gebrauchen wird.

Das Leut – abwechselnd zu Mensch, Person, Individuum, Subjekt, zu Mann, Mannsbild, Mandermensch, Kerl, Bursch, Typ, Kerl, zu Dame, Frau, Weib, Tipa, usf.

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Dr.phil. Georg Dekas

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