USA | Der König ist tot, es lebe der König

Fliegenleim (c) G.J. Dekas 2015
Fliegenleim (c) G.J. Dekas 2015

Wer fair ist, kann gut damit leben, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nach Donald Trump einen neuen Präsidenten haben. Das nennt man Demokratie.

Demokratie mag die Herrschaft des Volkes sein, aber im Kern ist sie der unblutige Wechsel am Steuerrad des Staatsschiffes durch freie und geheime Wahlen. Trotz der Ellenbogen, die in einem Haudegen-Staat wie der USA überall eingesetzt werden, hat die Maschine Demokratie auch diesmal gehalten. The Real Donald wäre auf Teufel komm raus gerne noch länger am Steuer geblieben, aber damit ist er nicht allein auf der ganzen, weiten, lieben Welt. Sicher, besonders klug hat er sich zuletzt nicht angestellt.  Das Raubein Amerika wird das verkraften. Eine ganz andere Frage ist, ob es der Neue besser macht. Vier Jahre sind bald um.

So verabschieden sich denn die Komiker, Karikaturisten, Kommentatoren, Zeitungsschreiber und Staatsfunkgesichter schweren Herzens von ihrer Lieblingszielscheibe. Die politisch Korrekten verlieren ihren Leibhaftigen, der sie so einträchtig zusammengehalten hat – deswegen wird der „Trumpismus“ auch nicht sterben. Die Medien brauchen ihn. Die hätten nur die Hälfte zu schreiben, nichts mehr zu hassen, und von Lobliedern auf das Gute allein gehen die Auflagen, Klicks und Zuschauerzahlen ein wie die Primeln im Winter.

Es ist grundverkehrt, Donald Trump für Medienhass, Klimaleugner, Fremdenhass und politische Sabotage verantwortlich zu machen. Als geschickter Spieler im Casinò America hat der frühere Immobilienhai und spätere Showmaster im Jahr 2016 vielmehr seinen Finger in die Luft gehoben und sich anschließend nach dem Wind gerichtet. Er hat sein Ohr ans Volk gelegt und verstanden, womit man entgegen aller Odds zum Präsidenten gewählt werden kann. Das Volk hat gesagt: Wir sind es müde, Weltpolizei zu sein. Unsere Jungs sollen nicht mehr in Afghanistan, Irak, Syrien und sonstwo für andere sterben. Wir sind es leid, dass China durch uns reich wird und die einströmenden Latinos unsere Jobs bekommen. Wir wollen unser stolzes, freies, vermögendes, unser weißes und protestantisches Amerika zurück. Wir mögen kein gesteuertes Pressekartell, das uns vorgaukelt, wir würden im besten Amerika aller Zeiten leben – das ist nicht mehr. Donald Trump hat alles das vernommen und beschlossen, darauf seine Sprache und seine Agenda als Präsident auszurichten. Damit hat er die härtesten Wahlen der Welt gewonnen und eine Präsidentschaft hingelegt, die in die Geschichtsbücher eingeht – ob es gefällt oder nicht. 

Donald Trump hat eine epochale Kehrtwende der USA eingeleitet mit seiner Politik: China hockeymäßig tackeln, Immigration bremsen (Mauer), die Lasten einer immerwährenden Weltherrschaft zurückdrehen, militärisch (Syrien) ebenso wie moralisch (WHO, Klima), die eigenen Industrie bevorteilen (VW). Ein Bully ist er ohne Zweifel.

Nicht durchgekommen ist Trump mit dem Zurückholen des American Dream. Der Traum vom weißen Amerika, dem Amerika der Selfmade-Men und der unkaputtbaren Cowboys. Diese Zeit ist vorbei. Die reinen Zahlen wollen es so. Was sein Wettbewerber „Sleepy Joe“ auf der nichtweißen Seite eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Weder die weltumspannenden Internet-Konzerne, noch die Konsumindustrie, noch der mächtige Showbusiness können ohne die Freundschaft und das Wohlwollen von Nichtweißen weiterhin tausende von Milliarden Dollar in ihre Tasche lenken – in Amerika und auf der ganzen Welt. Das ist der einfache Grund für das politisch Korrekte, das mit Joe Biden diesmal knapp gesiegt hat.       

Trotz eines unaufhörlichen Kesseltreibens gegen ihn hat Donald Trump mit seinem Programm sogar Stimmen dazu gewonnen seit seinem völlig unerwarteten Wahlsieg von damals. Für Trump stimmte im Oktober und November 2020 knapp die Hälfte der amerikanischen Wähler. „Make America great again!“ – Donalds Schlachtruf wird weiterleben und weitere Anhänger gewinnen. 

In diesem Licht, und in einem Land wie der USA, das auf den Wettbewerb der Ideen, Mächte und Unternehmer gegründet, von einer „gespaltenen“ Nation zu reden, ist nichts anderes als hinterlistige Rhetorik, die ihre geistigen Wurzeln im Absolutismus, ja im Totalitarismus hat. Dort haben wir sie, die „geschlossene“ Gesellschaft“. Für wen außer Xi oder Kim wäre denn so etwas erstrebenswert?

   

Die
Dekas
Seite

 Webseite von

Dr.phil. Georg Dekas

georg@dekas.it