Politik | Roter FFake löscht kein Feuer

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Die Südtiroler Wochenzeitschrift FF ist seit einem Jahr im Besitz zweier – wäre anzunehmen, eher marktwirtschaftlich eingestellter – Geschäftsleute, aber in den Leitartikeln des Bozner Magazins herrscht beharrlich die knallrote Farbe vor. Nicht nur die im Layout.

In diesen Tagen (Ausgabe 3/21) wieder zu bestaunen aus der Feder einer Frau, die als Chefredakteurin des Blattes zeichnet. Die Arbeiter haben niemanden, der sie vertritt, seufzt sie, einen wie Otto Saurer bräuchte das Land. Wie bitte? Der Otto, Gott hab ihn selig, war wohl ein „wahrer Sozialdemokrat“, aber er war auch ein Schönwettersozialist. Einer, der mit vollen Händen Berge von Geld ausgeben durfte in der goldenen Durnwalder-Ära. Vorbild für Krise geht anders.

Dass sich die Leitfeder der FF um die Saisonangestellten im Tourismus sorgt, die wegen der Corona-Politik „derzeit ohne Gehalt und Arbeitslosengeld“ dastehen, ist nobel. So hat auch die FFeder einen Hauch von Erkenntnis: „Diese Härten sind keine notwendige Folge der Pandemie. Sie sind die Folge von Politik.“

Doch diesen einen wahren Satz riskiert die FFeder nur, um sofort ein FFake einzuflanken: „Betriebe werden mit staatlichen Hilfsgeldern gerettet – doch an jene, die dort arbeiten, denkt kaum einer … dann könnten sie sich abwenden – voller Wut und Zorn“. Nun, dass nicht schon längst Straßenunruhen ausgebrochen sind, ist allein dem Umstand zu verdanken, dass die Arbeiter mit Kurzgeld und wie das alles heißt, ruhig gestellt sind, während umgekehrt genau die Unternehmer, die Löhne durch eigenes Risiko erwirtschaften, durch die Finger schauen.

Alles, was der Leitartikel unbewußt spiegelt, ist die Verlagerung der sozialen Frage. Die von Otto Saurer und Co. seinerzeit gepushten Arbeitnehmer sind heute vielfach in unkündbaren öffentlichen oder von der spendablen öffentlichen Hand gespeisten Einrichtungen und überstehen dort, finanziell gesehen, die Krise einigermaßen gut. Die Saisonskräfte im Tourismus, das sind unsere Albaner, Slowaken etc., ja, für die fehlt eine ordentliche Vertretung. Aber um für die zu kämpfen, müssen schon ein paar mehr Leute raus aus ihrer Komfortzone als nur die wohlbestallten „Arbeitnehmerinnen“ der SVP (die unausgesprochen die Zielscheibe der FFeder sind) .

Wer es sich zu gemütlich  gemacht hat, das sind die Südtiroler Arbeiter selbst und mit ihnen ihre beamteten Vertreter, oft gerade bei den roten Gewerkschaften. Was die und der Saurer nicht können, das wird schon die Pandemie besorgen, wenn es denn soweit ist, auch in „Wut und Zorn“. Mit gedrucktem Staatsgeld und einem mütterlichen „unter die Arme greifen“ kann man längst nicht alles zudecken, einfrieren, schönreden.

 

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Dr.phil. Georg Dekas

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