Zeiten | Coronawut tut gar nicht gut

Foto G.J. Dekas 2021
Foto G.J. Dekas 2021

Die Coronapolitik erzeugt – wir alle merken es täglich an den Schlagzeilen der Presse (verstanden als Gesamtheit aller Medien einschließlich der „Socials“) – eine beträchtliche Wallung der Gefühle. Aufgestachelt durch Zig unbedachte Aussagen und abwertende Worte schaukelt sich das gesellschaftliche Klima immer mehr zur Hysterie, ja zur Paranoia auf.

Bisher ging der Streit um die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virusbefalls. Jetzt, nachdem die Impfstoffe gegen Covid 19 anrollen, scheint sich das verbale Kriegsgeschehen nahtlos auf die Impfung zu übertragen. Da schallen Rufe aus Italien herauf von Leuten, die es unerhört finden, dass sich im „Vaccaland“ Südtirol medizinisches Personal nicht sofort mit dem erstbesten (oder vielleicht auch erstschlechten?) Stoff impfen lässt; da gebietet ein Leitartikel vom Gipfel der Dolomiten aus, dass alle sich sofort zu impfen hätten; da verbreitet eine landesfinanzierte Missions-Truppe, dass Südtiroler beim Saufen auch nicht auf die „Nebenwirkungen“ achten und meint, so für die Covid-Impfung zu werben.

Und ob das alles nicht schon genug und auch zuviel wäre, übernimmt der mediale Sprachgebrauch unbekümmert das Wort „Impfverweigerer“ für Leute, die sich nicht in der ersten Welle mit dem Stoff von Biontech, Astrazeneca, Sputnik usw. impfen lassen. Gerade dass sich die Biedermänner nicht auf „Impfleugner“ versteigen. Solange der Staat nicht ein Gesetz erlässt, das die Covid-Impfung zur Pflicht und damit zum Zwang macht, ist es grundsätzlich keine Verweigerung, wenn jemand Danke Nein zur Impfung sagt. So wenig, wie jemand ein „Coronaleugner“ ist, der die Jo-Jo-Politik gewisser Staaten in der EU in Sachen Covid 19 weder angemessen noch zielführend hält.

Der oben angedeutete Leitartikel („Dolomiten“, 12.01.2021) gründet auf Aussagen, die sinngemäß lauten: Die Covid-Führung („Sanitäts- Chefitäten“) sei zum Schämen und gehts jetzt alle „sofort“ zum Impfen, damit der Lockdown schnell aufgehoben und es wieder gewirtschaftet werden kann! Diese Meinung in Ehren, aber zu bedenken ist auch Folgendes.

  • Die Führungstruppe des Landes hat gute bis ausgezeichnete Leute von ganz unten bis ganz oben (auch im Sanitätsbetrieb) aber die müssen, so wie wir alle, in der herrschenden politischen Ordnung mit ihren leidvoll bekannten Mängeln arbeiten. So lange nicht aus dem Gängelband eines unpassenden Staates eine ordentliche und freie Selbstverwaltung in einem erneuerten europäischen Verbund wird, wofür wir zäh und friedlich kämpfen sollten, so lange müssen wir mit dem und den Faulen im Staate leben und das Beste daraus machen, ohne uns gegenseitig die Augen auszuhacken.
  • Der freiwillige Massentest im Dezember, wurde von einem weiteren Leitartikel im Südtiroler Leitmedium zur „Nächstenliebe“ erkoren. Es wurde die Meinung gestreut, dass dies DAS Mittel und DER Schlüssel sei, um den Lockdown zu beenden und die Freiheit Ante Corona wieder zurück zu bekommen. Dem war nicht so. Gleichermaßen blauäugig wäre es anzunehmen, dass die ersten Impfstoffe die medizinische Wunderwaffe sind. Die Politik braucht sie, um aus ihrem selbst verursachten Schlamassel ohne Gesichtsverlust wieder herauszukommen. Ein paar Nebenwirkungen hie und dort sollten dieses mächtige Moment nicht stören. Doch der zähe Fluss einer in sich gefangenen Corona-Politik wird sich entgegen aller Hoffnung noch länger hinziehen.

Dennoch und genau aus dem Grund, der politischen Hysterie nicht völlig unnötig ein Opfer am eigenen Leib zu bringen, darf, wird, ja sollte jeder Einzelne genau abwägen und abwägen können, ob für ihn eine solche Impfung angebracht ist oder weniger. Solange keine Impfpflicht herrscht, hat jeder Bürger das Recht darauf und darf von niemandem herabgewürdigt oder wie wir sagen „lugg angelassen“ werden.

Wie wir inzwischen wissen (und eigentlich schon von Anfang an wußten), bilden rund 4/5 der Bevölkerung eine natürliche Abwehr auch gegen das Wuhan-Virus aus. Die Risikogruppen – am allermeisten die  Hochbetagten in Pflegestätten (Krankenhäuser, Pflegeheime) – werden der Impfung zustimmen, andere werden sie dankend ablehnen. Solange der Vorgang der natürlichen Immunisierung dadurch nicht kompromittiert wird und sie bereit sind, ihr Risiko zu tragen, besteht kein vernünftiger Grund rund für staatlichen Zwang und schon gar keiner für den immer frecher auftretenden Meinungsterror, welcher Bürger mit abweichendem Verhalten in der Corona-Politik so quasi „Volksschädlinge“ heißt und ihnen am liebsten jede ärztliche Hilfe im Ernstfall verweigern möchte. Unnötig zu sagen, dass wir mit diesen Bazillen im Volk (nicht die Abweichler, sondern die Eiferer und Denunzianten) wirklich nicht mehr weit von den aufgewühlten 1930er Jahren entfernt sind.  Von daher die Mahnung an alle, das gut Überlegte und Notwendige zu tun, aber emotional und verbal den Ball flach zu halten.

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Dr.phil. Georg Dekas

georg@dekas.it