Brot | Die Kaisersemmel

Zwei Semmeln im Vergleich
Zwei Semmeln im Vergleich

Semmel ist nicht gleich Semmel. Ein genauer Blick in das Innere der beiden auf dem Teller liegenden Brotstücke im Bild zeigt bei der Kaisersemmel aus Innsbruck eine etwas dunklere Färbung an als bei der handgedrehten Knuspersemmel aus Nals.

Beide schmecken vorzüglich. Die Innsbrucker beachten mehr die althergebrachte Rezeptur (u.a. Malz, Roggen). Das macht Geschmack. So kann es die Inntaler Industriesemmel leicht mit der handwerklich gepimpten Semmel aus dem Etschtal aufnehmen. Auch weist die Innsbrucker Kaisersemmel eine schönere Germlochung auf.

Freilich, die guten alten Zeiten, als ein kleiner, frischer Batzen Schweineschmalz der Kaisersemmel erst den rechten Dreh gab, die sind leider vorbei. Das Schmalz musste dem Pflanzenöl (Raps, u.ä.) weichen.

Ofenfrisch schmeckt (fast) jede Semmel gut. Der (Qualitäts-) Unterschied zeigt sich jedoch am Tag danach. Je weißer der Teig, je mehr Vileda die Lochung, je geringer der Malz- und Schmalz-Anteil, desto trockener, bröseliger, nichtsschmeckender. Eine Semmel, die Güte nur vortäuscht, gilt nichts  am Morgen danach. Sie legt den kaiserlichen Titel ab und wandert in den Sack für die Hühner.

Der Feinschmecker bedauert und genießt, was an Gutem bleibt.

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Dr.phil. Georg Dekas

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