Unser Schpeck und seine Farben

Der wahre Südtiroler Speck - Bild G.J. Dekas (c) 2020
Der wahre Südtiroler Speck - Bild G.J. Dekas (c) 2020

Speckzeit ist in Südtirol das ganze Jahr über. Aber jetzt, kurz vor dem „Schlachtingen“ zwischen Martini und Nikolaus (11.09.-06.12.), aus dem der neue Südtiroler Speck – kurz und unmissverständlich „Schpeck“ genannt –  entstehen wird, gebührt den übrig gebliebenen Schwartlen vom Vorjahr eine letzte Würdigung.

Schaut sie euch an – hier im Bild ein hauseigener „Schpeck“ auf dem Schneidbrettl – das ist die wahre Trikolore Tirols in Weiß, Rot und Grün!

Ach ja, es fehlt noch das Braun. Braun ist die Schwarte am Ende der kirnigen, weißen Fettschicht. Dieser schmale Rand erinnert stark an Fingernägel, die beim Arbeiten mit Mutter Erde einen ebensolchen bekommen. Selbstverständlich nur bei denen, die keine Gummihandschuhe überziehen und so den ursprünglichen Genuss des Sein und Werden erfahren.

Das Braun des Brettls hingegen erinnert weniger an jenes, das ich manchmal vor dem Kopf trage, sondern vielmehr an das verwitterte, schwarzbraune Holz der schönen, alten Bauernhäuser, etwa im Ultental, wo sie ausgerechnet aufgrund der fahrlässigen Baubestimmungen unserer heimischen Provinzlenker immer weniger werden.

Als Ganzes ergeben die Farben auf dem Speckbild nicht nur die Farben der Tiroler Fahne (Weiß-Rot) und der Schützenfahne (Weiß-Grün), sie geben auch die Farben der Burggräfler Tracht her: Die braune Lodenjoppe mit den roten Aufschlägen, die weiße „Pfoat“(Hemd) und die grünen Hosenträger.

Ja, Weiss-Rot und Grün-Braun markieren – das allzeit gegenwärtige Schwarz einmal ausgenommen –  die Essenz der Tiroler Bauernwelt ab: Wald und Almen, Erde und Holz, Schnee und Wolken, Blut und Blumen.

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Dr.phil. Georg Dekas

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