A Münchner Weisswurst

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Eine Münchner Weisswurst ist ganz was Feines. So fein, dass sie gleich nach dem Wursten verzehrt werden will.

Als es noch keine so tollen Kühl- und Verpackungsmöglichkeiten gab, war es ein Gebot, dass die Weisswurst das Zwölfeläuten nicht hören durfte.

Je frischer die Weisswurst in das heiße, aber nie siedende Wasser kommt, um so göttlicher schmeckt nach etwa 7-10 Minuten das dampfende, feine, weiße Kalbsbrät im Naturdarm mit den kleinen, halbglasigen Fett- bzw. Gallert-Körnchen und den grünen Spuren vom „Peterle“ (hochdeutsch Petersilie) drin.

Es ist halt so, dass die von hunderten übrig gebliebenen Metzgern, die ihre Weisswürste in aller Früh selber gewurstet haben, nur mehr eine Handvoll übrig geblieben sind. So ehre die Weisswurst eines jeden einzelnen Handwerksmeisters, gleich, was der Gusto des Hauses sein mag.

Die Herstellung in größerem Maßstab musste sich ganz klar dem Geschmack der Vielen beugen, und die mögen es halt nicht so gern, wenn Fleisch nach Fleisch schmeckt und wenn man die Fettkörnchen mit bloßem Auge sieht. Also haben viele Hersteller begonnen, das Brät sehr, sehr fein zu treiben, so dass das Innere einer Weisswurst schon fast wie eine Extrawurst daherkommt.

Eine Sünde aber ist es, wenn in der industriell-handwerklichen Fertigung auch noch der Geschmacksverstärker  dazukommt, meist das Monosodium-Glutamat.

Daran ist jedoch nicht der Hersteller schuld, sondern die Verbraucher, das sollte klar gesagt sein.

Trotzdem, wer ein echter Feinschmecker sein will, soll jede Verpackung genau lesen und Glutamat-Wurstwaren grundsätzlich zurück ins Regal legen, auch wenn’s noch so schwer fällt.  Immer daran denken: Der Weg zum wahren Genuss ist mit Verzicht gepflastert.

Hier geht’s zur Brezn, ohne die eine Weißwurst nicht sein kann.

 

 

 

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