Debatte | Alles keine Flüchtlinge

Gesicht oder nicht? - Bild G.J.Dekas (c) 2020
Gesicht oder nicht? - Bild G.J.Dekas (c) 2020

Vor fünf Jahren hat man mir mit einem linken Kinnhaken den „Nazi“ gegeben, weil ich festhielt, dass es sich bei den jungen Zuwanderern aus Schwarzafrika, die damals so überraschend auf Bahnhöfen und in den Schmuddel-Vierteln der Städte auftauchten, kaum um Flüchtlinge handeln könne – Flüchtlinge im Sinne des Völkerrechts. Ich sagte, ich würde es verstehen, wenn jemand von Armut, Gewalt und Korruption flieht, in freiheitliche Länder mit hohem sozialen Standard – aber mit Asyl habe das nichts zu tun. Und doch nannte man sie bewusst Flüchtlinge. Bis heute.

Im verrückten Deutschland fordert man von rotgrüner Seite jetzt sogar die deutsche Staatsbürgerschaft für „Klimaflüchtlinge“. Wie erleichtert bin ich, als ich in der „WELT“ lese: „Aber es sind ja keine Flüchtlinge, Herr Lanz!“, ruft Maaßen. DER Maaßen? Hans-Georg Maaßen? Der frühere Chef des bundesrepublikanischen Verfassungsschutzes? Ja, der.

Wurde fertiggemacht, in einer Markus-Lanz-Schau, weil er im Staatsfernsehen gegen die Staatsräson sprach. Unser Südtiroler Landsmann Lanz! (Wes Brot ich ess‘…) Macht nix: Der Wahrheit seid Ihr es alle nicht (das ist tirolerisch und heißt, ‚Gegen die Wahrheit kommt Ihr alle nicht an‘).

Zitat H. G. Maaßen: „ (…) dass 2,07 Millionen Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind, obwohl um uns herum sichere Drittstaaten sind. Und 16a, Absatz 2, Satz 1 Grundgesetz sagt: Asylrecht genießt nicht, wer aus einem sicheren Drittstaat kommt.“ Ob die Migration das Problem sei, fragt der Schaumeister (deutsch für Showmaster). Nein, antwortet der wertkonservative CDUler: „Die Mutter aller Probleme ist, dass die Politik in Deutschland mehr Wunschdenken verfolgt als Realitätssinn“. (*)

Ja, so scheint es. Übrigens könnte diese Mutter eine geradezu eine „Mutti“ sein, deren hoffnungsvolle Töchter Anneka und Loreleyen so gar nicht in den Glasschuh des Prinzen passen wollen. Vielleicht sollte „frau“ Aschenputtel den Vortritt lassen? Gerne einem, das so prächtig ausschaut und redet wie Alice im Bundestag! Ja, tatsächlich, Märchen und Namen sind Teil des deutschen Problems. Der alternativlose Euro, der Niemals-Brexit, Kassandra Greta, Bösewicht Putin oder das dumbe Volk. „Everybody‘s Darling“ sein zu wollen, ist für Deutschland psychologisch nachvollziehbar, aber realpolitisch ist das Buhlen um Beliebtheit am Königshof ein geschichtlich einzigartiger Rohrkrepierer.

Die verdammten Neuner-Jahre

Die Folgen tragen wieder einmal die kleinen und die emsigen Deutschen: Wie schon 1919 (Raubfriede), 1929 (totale Geldentwertung) 1939 (totaler Krieg) 1959 (Mauer), 1969 (Werte-Umsturz) 1989 (Neue Länder) 2009 (Eurokrise) 2019 (Klimasteuern) – Pi x Daumen alles leicht auf „9“ getrimmt.

So, und bevor weiter meterdick Schminke und somit Kunstdünger für das Heranwachsen neuer Nazis aufgetragen wird, wiederhole ich hier und heute: Nennen wir Dinge bei ihrem richtigen Namen, auch wenn die Politisch Korrekten die Haare aufstellen. Wahrheit kann verletzen, ja, aber sie ist in diesem Fall wie das Messer des Chirurgen zur Heilung angesetzt. Dieses Messer zurückweisen und die Messerstecher gewähren lassen, ist wahrhaftig tödlich.

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(*) Für das Zitatrecht bedanke ich mich bei ZDF und WELT, danke auch an Welt-Redakteur Marcel Reich für das spannend geschriebene Stück, Dank an die WELT-Leser für ihre luziden Kommentare in der Sache.

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Dr.phil. Georg Dekas

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