Die Schatten der 68iger

Foto Pixabay/KreativeHexenkueche
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Wie aus den „Revoluzzern“ von 1968 die Herrschenden von heute wurden und was das für die Zukunft bedeutet. Teil 3

Rund 40 Jahre lang haben die ehemaligen Hippies und Revoluzzer aus der „68iger“ Generation die Gesellschaft geformt, in der wir leben. Mit Folgen. Sie selbst sehen das durch die rosarote Brille. Umso notwendiger ist es, auf die dunklen Seiten hinzuweisen.

Das System ist schuld

Ab 1968 gilt „Anything goes“. Die Ratschläge der Eltern wurden in den Wind geblasen. Und wenn es nicht ging wie gewollt, dann waren die Umstände oder das „System“ schuld, nie der Mensch. Folglich wurden Verirrungen und Verbrechen nicht mehr der Verantwortung des Einzelnen angelastet. Übeltäter galten als Opfer ihrer Umgebung, als Kranke, die man mit geeigneten Therapien behandeln und nicht bestrafen sollte. Die antiautoritäre Erziehung wurde Mode.

Ordnung ist spießig

Die Hinwendung zum unmittelbaren Lebensgenuss in Freiheit hat die menschlichen Beziehungen zerbrechlich gemacht. Bewährte Lebensmuster galten auf einmal nichts. Wer dem Ruf von Sex, Drugs and Rock’n Roll nicht folgte, galt als Spießer. Die Paare und Individuen waren in der Folge gezwungen, ihr Leben nach der Versuchs- und Irrtumsmethode kraftaufwendig zu gestalten: Manch schmerzvolle Scheidung und gestörtes Kind die Folge. Unzählige Leben gerieten auf die schiefe Bahn, zerrüttet von Drogen und unbedachten Beziehungen.

Der Bauch gehört mir

Im Zuge der sexuellen Freiheit durch Kondom und Pille stieg der Feminismus zu seiner heutigen Bedeutung auf. „Der Bauch gehört mir“ war das Schlagwort, mit dem die Abtreibung legalisiert wurde. Es verbreitete sich die Auffassung, dass Frauen seit jeher unterdrückt und gering geschätzt wurden, und dass diese ewige Benachteiligung durch politische Korrekturen (Frauenquote etc.) ausgeglichen werden müsse. Alles in Allem wurde die Ideologie des Feminismus zum unberechenbaren Faktor für die Fortpflanzung und damit zum Pulverfass für den Erhalt und Fortbestand unserer Gesellschaften.

„Gott ist tot“ wird populär

Während die Pop-Idole zu Göttern wurden und die Jungen im Gefolge der Beatles zu den Gurus nach Indien zogen, kam die christliche Glaubenslehre und ihr „Gehäuse“, die Kirche, arg unter Beschuss. Je erfolgreicher Technik, Medizin und Sozialsysteme das Leben organisierten, umso weniger gingen die Leute in die Kirche. Der grassierende Marxismus bekämpfte jeden Glauben an das Übernatürliche, und die Naturwissenschaft sekundierte. Die Ehrfurcht vor Gott wurde innerhalb weniger Jahre zerstört, die traditionelle Religion ins Lächerliche gezogen. Als Folge davon verbreiteten sich esoterische Lehren ebenso wie verschiedene Ersatzreligionen, zu denen letzlich auch die Umweltbewegung und der Klimaschutz gehören, aber auch die Vergötterung von sportlichen oder geschäftlichen Leistungen.

Dennoch siegt das Gute

Der nüchterne Blick auf die langen Schatten der 68iger darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kinder der Hippies und Revoluzzer längst neue Wege gehen. Bei den Jahrgängen ab 1980 ca. tritt eine neue Ernsthaftigkeit ein. Eine intakte Familie und Ordnung im Leben zu haben ist wieder ganz oben. Es ist eben diese „Gegenbewegung“, die das politische Klima und den Zeitgeist von heute tiefgreifend prägt und verändert.

 

Georg Dekas

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