Mein Landtagswahl-Toto im September

Toto

Nun haben die wahlwerbenden Parteien zum Südtiroler Landtag ihre Kandidaten beisammen. Ändert sich die Einschätzung im Verhältnis zum Toto im Mai?

Zuerst einmal Hut ab vor allen Bürgern, die sich aufstellen lassen, auch ohne die Aussicht, einen sicheren Abgeordnetenplatz erringen zu können. Höchste Wertschätzung! Südtirol ist alles andere als demokratiemüde.

Der SVP ist es gelungen, ein weithin ansprechendes und ausgewogenes Team aufzustellen. Mit der Hereinnahme der „Plattform Heimat“ (Martin Federspieler) und zünftigen Parolen wie „Stopp dem Sozialtourismus“ wird die SVP gar einige Stimmen zurückholen, einige aus dem Lager der Nichtwähler, andere von den Freiheitlichen. Vor dem Hintergrund von Bär, Wolf und Pestizid-Gehacke werden die Bauern zudem bis zum Äußersten mobilisieren. Mit Gerd Lanz haben die Handwerker einen neuen und eindeutigen Kandidaten, der das vakante Erbe von Hanspeter Munter antritt. Für die Wirtschaft ist klar: Der römischen Regierung ist weniger denn je zu trauen, also heißt es wieder einmal auf das Sichere und Bewährte setzen. Zudem ist es so, dass neue Gesichter Stimmen aus dem Nichtwähler-Lager anziehen, was beim einen und anderen über den Einzug in den Landtag entscheidend werden kann. Mit Christanell und Pinggera erwachen die Arbeitnehmer aus ihrem Koma, werden aber nicht zu ihrer alten Stärke zurückfinden. Das Proletariat wählt rechts. Auch kann die SVP ihre Patzer, vor allem in der Sanität, nicht ganz vergessen machen, so dass der Zuwachs nicht so toll ist, wie er sein könnte. Meine Prognose sind 19 Sitze, obwohl zur Zeit die SVP von vielen auf 15 Sitze taxiert wird. Ich liebe Odds.

Seit 27.8.2018 hat die SVP eine neue und veritable Konkurrenz, das „Team Paul Köllensperger“ (TKP). Der rührige Bozner hat seine 34 Gefolgsleute aus der urbanen Mittelschicht zusammengelesen. Wenige, aber bodenständige Italiener, gar einige Aufsteiger mit ländlichem Hintergrund, ein paar seriöse Junge, zero Tussis, das meiste Altersklasse 40+ und deutsch. So, wie die SVP aussehen könnte, wenn deren Kandidaten nicht durch einen dreifachen Filter ausgesiebt würden, nämlich das Ethno-, das Stände- und das Bezirksgitter. Diese Liste wird allen anderen Mitbewerbern Stimmen absaugen, am meisten den Grünen und der SVP.

Auch die Freiheitlichen, die Grünen und die Südtiroler Freiheit haben sich redlich Mühe gegeben, neue, unverbrauchte Gesichter für ihre Listen aufzutreiben. Man staunt und ist dankbar über so viel und ein so breites Engagement im Volk! Da aber auch in diesen drei Parteien, so wie bei der SVP, die Galionsfiguren den Ton angeben, wird sich der Stimmensaugereffekt eher in Grenzen halten. Besonders bitter ist es für die Freiheitlichen, denen die Erneuerung zwar an den Gliedern, nicht aber am Haupt gelungen ist. Das Abschieben von Tinkhauser kostet die bürgerlichen Stimmen (die an TKP gehen). Otto Mahlknecht und Florian von Ach können das nicht wettmachen.  Uli Mair ist von der Salvini-Begeisterung rechts überholt worden. Der Einbruch wird noch dramatischer sein.

Damit hat sich seit der Analyse im Mai doch einiges verändert. Das Septembertoto schaut so aus:

Landtagswahl Südtirol am 21. Oktober 2018

Liste IST Oktober 2018
SVP 17 19 Gewinnt dazu +2
F 6 2 Verliert dramatisch, Abwanderung zu Lega, TKP, SVP, STF -4
STF 3 3 Muss froh sein, wenn ungeschoren +/-0
GV (Grüne) 3 2 Heiß geht, Grün lässt kalt, Abwanderung zu TKP -1
PD Tom 1 1 Polit-Zwerg bleibt +/-0
Liste Bizzo 1 (PD) 1 Italo-Chauvi mit Restgefolge +/-0
Artioli 1 0 Stimmen gehn an TKP und Bizzo -1
Urzì 1 1 Festung der Italo-Ultras +/-0
5S Kölle 1 4 Ist die neue SVP +3
BU Pöder 1 1 Hält sich knapp +/-0
 Lega  0 1  Erhält Restmandat  +1
LTG Sitze 35 35

 

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