Poldi haut die SVP

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Im „Alto Adige“ (vom 26.09.2017) lässt der Journalist Paolo Campostrini seinen Spezl, den Oberschullehrer und uralt-68er Leopold („Poldi“) Steurer zu Wort kommen. „Lo storico Steurer“ soll der italian community in Südtirol die deutschen Wahlen erklären. („Steurer: anche la Svp va dietro alle destre“). Die Aussagen des Schulmeisters sind bemerkenswert. Dazu ein paar Randbemerkungen.  

Campostrinis Anrede „professore“, der „wichtige Bücher“ geschrieben habe, macht deutlich: Hier spricht unser Gewährsmann (Aufpumpen!) Und der „Poldi“ legt gleich los: „il nostro Draghi” – „unser“ Draghi käme unter Beschuss, wenn die Liberalen in die neue Merkel-Regierung eintreten. Oberschullehrer Steurer wähnt sich in höheren Diensten von Alto Adige und Nation.

Darum darf der „storico“ Steurer jetzt im Schaufenster des nationalistischen Provinzblattes wieder einmal auf die Südtiroler schimpfen, weil ihm danach ist. Die SVP (die Südtiroler Volkspartei, Anm. d. R.) laufe den Rechten nach, was sich auch daran zeige, dass sie sich bei Konvent und Katalonien zu sehr in Richtung Unabhängigkeit bewege: „Come gli Schützen“. Wie die Schützen habe sich die SVP verhalten. Will sagen, wie der Erzfeind.

Danach hat der Herr Professor die Gnade, seinen Italienern den „Merkelismus“ zu erklären, Angela Merkels Regierungsstil: „Rinviare le decisioni. Su tutto. Aggirarle…“ („Entscheidungen hinausschieben. Zu Allem. Sie umgehen…“) Aber klar! Deswegen ist es nicht zur Energiewende gekommen, nicht zum Mindestlohn, nicht zur Grenzöffnung für Flüchtlinge, nicht zur Euro-Rettung. Nach diesem groben Fake geht es linksgesteuert weiter.

Das Aufkommen der AfD sei dem Unmut („malumore“) bei den „Oessis“ zuzuschreiben. Der Campostrini weiß offensichtlich nicht zwischen „Ossi“ und „Ösi“ zu unterscheiden und macht eine Mischform draus. Macht nichts, denn das große Ziel der Scheinbefragung ist ja die Aussage Steurers, dass ein Drittel der AfD lupenreine Neonazis seien. Als Beweis dafür genügt, dass der AfD-„Capo“ über die deutschen Soldaten sagt, sie hätten im Krieg „gut gekämpft“. Also wenn die simple Anerkennung der soldatischen Leistungen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg genügt, um als Neonazi eingestuft zu werden, dann reicht ein Drittel einer eher kleinen Partei in Deutschland nicht aus, um ihre Zahl weltweit zu fassen, soviel ist sicher.

Ach, und jetzt kommt Oberlehrers Schule: Ob denn die ganzen Besuche in Auschwitz und das Fernsehen nichts genützt hätten bei den Jüngeren? Doch, meint der Geschichtslehrer, aber gegen die „neuen Rassismen“ würde die bisherige Aufklärung nicht mehr genügen. Ja, ja, der „malumore“ des „professore“ ist rabenschwarz, aber nicht ganz geschäftsuntüchtig. Und der „Alto Adige“ hat wieder ein Stück Deutschen-Bashing im Kasten.

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