Spyr

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Den Mauersegler nennt man so in Tirol. Eine der wundersamsten Vogelarten, wie mir meine Tochter erzählte.

Schaut aus wie eine Schwalbe, ist aber keine. Lebt nach der Brut nur in der Luft, ohne je wieder den Boden zu berühren, segelt spielend an Türmen, Mauern und (Fels-)Wänden entlang, schläft auf dreitausend Meter Höhe – schwebend in der Luft, spürt Unwetter Tage voraus. Im Sturzflug beschleunigen diese Wunder auf 200 Km/h.

An einem Bergsee in Ulten haben wir sie gesehen, die tollen Flieger. Wie Löschflugzeuge Wasser tanken, so streiften auch die Spyre immer über den langgezogenen Bergsee. Elegant und pfeilschnell, in großen Bögen immer wieder. Ja, trinken tun sie auch im Flug.

Ihre Füßchen verstecken sie ganz im Federkleid, weshalb sie die wissenschaftliche Bezeichnung Apus tragen (gr. Apous = fußlos). Der Volksmund hingegen hat sich weder für die Füße noch für das Segeln an Mauern erwärmt, sondern das Wort „Spir“ oder „Spyr“ gewählt. Eine tolle Verbindung zwischen der lautmalerischen Nachahmung der Schwalbenschreie und zugleich die älplerische Zusammenziehung von Späher (spähen, ahd. ‚spihan‘, daraus it. ‚spiare‘, usw.). So erkläre ich das.

Der Name „Mauersegler“ könnte übrigens auch „Maurensegler“ (gewesen) sein, „maurischer Segler“, denn diese Zugvögel sind halb in Afrika zuhause und erinnern an die pfeilschnellen Segelboote der alten Sarazenen. Schau dir nur die Segel einer Dhau an!

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