„Oukkeeeeiiiii“

OK? OK. Nur bitte nicht zu oft. Es ist das meistgebrauchte Wort der Welt und ist altes amerikanisches Kulturgut. Doch was bedeutet das Kürzel OK eigentlich?

In einer Zeitung stand es erstmals geschrieben im Jahr 1825 als „o.k.“ und daneben ausgeführt „all correct“. Legt den Schluss nahe, dass O.K. eine lautsprachliche Abkürzung für „all correct“ („Alles richtig“) ist. Der deutsche General des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges soll seine Erlasse so bestätigt und das Ding ziemlich deutsch als „Oll Korrekt“ ausgesprochen haben. Das übrigens ist die zweite der vielen  Deutungen zur nicht ganz geklärten Entstehung und Herkunft von Okay.

Wenn es schon so viele Mutmassungen gibt, dann kann ich ja auch meine eigene, wortweise, auch hinzufügen. Sie ist mehr um- als abwegig, aber wer weiß?

Wir erinnern uns nur noch über Namen wie „Louisiana“ oder „Quebec“, wie stark die Franzosen an der Eroberung Nordamerikas beteiligt waren.

Nun teilt sich Frankreich sprachlich in Süd und Nord. Im Süden spricht man die „Langue d’Oc „, im Norden die „Langue d’Oïl“. Die Provenzalen und Okzitanen im Süden – und das ist halb Frankreich! – sagen für „Ja“ „Ok“ (von lat. „hoc“), während die Nordfranzosen Oui sagen, früher Oïl (aus lat. „hoc ille“).

Das Südfranzösische hat sich in der Sprachgeschichte verloren, weil das Land von den Nordfranzosen erobert wurde und beherrscht ist. Seine Sprache ist deshalb nicht weniger in Gebrauch. Denkbar ist nun, dass die Südfranzosen ihr OK mit nach Amerika genommen haben und viele ihrer Gespräche im Süden der USA so gelautet haben könnten: Hast du gefrühstückt? Ok, hab ich. Ich gebe dir 100 Dollar für dieses Rind. Ok, passt!

Und weil die Sprache ständig nach Abwechslung sucht, hat sich das südfranzösische „Ja“ bald unter das „Ay“, „Yes“ und „Yeah“ gemischt und sich verbreitet. Irgendwann gab es dann die geniale Deckung und gegenseitige Verstärkung zwischen dem trockenen „all correct“ als stempelähnliches Kürzel zur  Bestätigung und Freigabe von Berichten oder anderen Amtspapieren und dem einfachen, volkstümlichen, aber nicht alltäglichen „Ja“ der frankophonen Amerikaner.

Wie dem auch sei, das von uns Südtirolern kaugummihaft gezogene „Oukkeeeeiiiii“ kann zur echten Ohrenplage werden, wenn es gedankenlos vom Redefließband läuft. Es gibt Ferngespräche, wo der empfangende Teilnehmer in einer Minute zehn und mehr Male, oft sogar nahtlos hintereinander, nur „Oukkeeeeiiiii“ und nichts anderes ins Mikro sagt. Das muss nun wirklich nicht sein.

Abwechslung verschaffen „gut“, „ja“, „klar“, „in Ordnung“, „bestimmt“, „gewiss“. Sogar wortlose Kehllaute wie „uhum“ und ähnliche sind tauglich. Nicht zu vergessen unsere Tirolerische, folglich ureigene und unübertroffene  Verstärkung der Zustimmung: „Sell woll!“ Ist das Okay?

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