Sprachglosse | Okay

COCOCOCOCO Geländer vor Andreaskirche Budapest - Bild G.J. Dekas (c) 2008
COCOCOCOCO Geländer vor Andreaskirche Budapest - Bild G.J. Dekas (c) 2008

„Oukkeeeeiiiii“ OK, Nur bitte nicht zu oft. Es ist das meist gebrauchte Wort der Welt und es ist altes amerikanisches Kulturgut. Doch was bedeutet das Kürzel OK eigentlich?

In einer Zeitung stand es erstmals geschrieben im Jahr 1825 als „o.k.“ und daneben ausgeführt „all correct“. Legt den Schluss nahe, dass O.K. eine lautsprachliche Abkürzung für „all correct“ („Alles richtig“) ist. Der deutsche General des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges soll seine Erlasse so bestätigt und das Ding ziemlich deutsch als „Oll Korrekt“ ausgesprochen haben. Allgemein führt man die Verwandlung von A und C auf O und K auf die in Boston populäre Verballhornung von „All Correct“ zurück. Daneben gibt es noch eine Menge anderer Erklärungen zur Entstehung und Herkunft von Okay.

Eine neue Erklärung

Wenn es schon so viele Mutmassungen gibt, dann erlaube ich mir, meine eigene hinzufügen. Sie ist etwas umwegig, aber wer weiß?

Namen wie New Orleans, Louisiana oder Quebec erinnern uns daran, wie stark die Franzosen an der Eroberung und kulturellen Prägung Nordamerikas beteiligt waren. Nun teilt sich Frankreich sprachlich in Süd und Nord. Im Süden spricht man die „Langue d’Oc „, im Norden die „Langue d’Oïl“. Die Provenzalen und Okzitanen im Süden – und das ist halb Frankreich! – sagen für „Ja“ „Ok“ (von lat. „hoc“), während die Nordfranzosen Oui sagen, früher Oïl (aus lat. „hoc ille“). Denkbar ist nun, dass die Südfranzosen ihr OK mit nach Amerika genommen haben und viele ihrer Gespräche in Kanada und im Süden der USA so gelautet haben könnten: Hast du gefrühstückt? Ok, hab ich. Ich gebe dir 100 Dollar für dieses Rind. Ok, passt!

Und weil Sprache ständig Abwechslung sucht, hat sich das provenzalische Ok als „Ja“ bald unter das „Ay“, „Yes“ und „Yeah“ gemischt. Irgendwann gab es dann die Deckung und gegenseitige Verstärkung gegeben zwischen dem trockenen „Oll Korrekt“, dem stempelähnlichen Kürzel zur  Bestätigung und Freigabe von Amtspapieren, und dem  volkstümlichen „Ja“ der frankophonen Amerikaner. Wenn’s nicht wahr ist, ist’s gut erfunden.

Jedenfalls kann das kaugummihaft gezogene „Oukkeeeeiiiii“ zur echten Ohrenplage werden, wenn es gedankenlos vom Redefließband läuft. Es gibt ein Ferngespräch, wo der empfangende Teilnehmer in einer Minute zehn und mehr Male, oft sogar nahtlos hintereinander, nur „Oukkeeeeiiiii“ und nichts anderes ins Mikro sagt. Das muss nun wirklich nicht sein.

Abwechslung verschaffen „gut“, „ja“, „klar“, „in Ordnung“, „bestimmt“, „gewiss“. Sogar wortlose Kehllaute wie „uhum“ und ähnliche sind tauglich. Nicht zu vergessen unser Tirolerisches, folglich ureigenes und unübertroffenes Okay: „Sellwoll!“

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Dr.phil. Georg Dekas

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