Was ist ein gutes Porträtbild?

Nicht unbedingt jenes, auf dem sich der Abgebildete selber am besten gefällt. Auch nicht eines, das wie ein Passfoto aussieht (es geht um Lichtbilder, nicht um Malerei).

Am wichtigsten: Das Bild muss dem Betrachter überhaupt wahrgenommen werden und dazu muss es zuerst einmal AUFFALLEN. Was in der optischen Reizüberflutung von heute schon ein größerer Anspruch ist.

Also muss das Bild die Sehgewohnheit unterbrechen, zum Beispiel durch eine ungewohnte Blickrichtung des Abgebildeten, durch einen ungewöhnlichen Zuschnitt oder durch eine eigenwillige Farbgebung.

Es sollte auch ins Umfeld passen. Ein Kandinsky in einer Barockvilla mit Tiepolo als Hausherren mag zwar auffallen, wird aber auch stören. Es gilt, das richtige Maß zwischen Individualität und Ambiente zu finden.

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