Der Equal-Pay-Day-Trick

Qualday

Jedes Jahr gibt es ihn, den „Equal Pay Day“, den Gleich-viel-Lohn-Tag. Die Feministenlobby trommelt für „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, bei Frauen und bei Männern. Doch in Wirklichkeit geht es weniger um ungerechte Benachteiligungen, sondern um noch mehr Frauenmacht. Das ist der Trick.

Sie beklagen den „Gender Pay Gap“, also die Lohnkluft zwischen Mann und Frau. Da wachsen Fragezeichen: Gleicher Lohn im gleichen Job, nur weil sie eine Frau und er ein Mann ist? Kommt es beim Lohn nicht vielmehr auf das an, was ein Mensch macht und mit welchem Erfolg? Sind es gefragte und folglich gut bezahlte Fertigkeiten oder solche, die  für wenig Geld haufenweise zu haben sind? Kann es sein, dass einem Arbeitgeber jemand mehr wert ist, der nicht mittags nach Hause will, sondern den ganzen Tag lang, Jahr für Jahr, und auch um 9 Uhr abends noch Arbeitsnüsse knackt? Und gibt es nicht immer bessere und schlechtere Arbeiter, auch im selben Beruf, manchmal Männer, manchmal Frauen? Die „gleiche“ Arbeit gibt es gar nicht. Aber warum soll es für unterschiedliche Qualitäten einen gleichen Lohn geben?  Sozusagen einen höheren Preis, der exklusiv auf den Titel „Frau“ ausgezahlt werden soll?

Weil mit einfachen Tatsachen keine (politische) Palme zu gewinnen ist, greifen die Frauenbewegten tief in die Trickkiste von Moral, Psychologie und  Statistik. Sie behaupten glatt, Frauen würden für die gleiche Arbeit deutlich weniger verdienen als Männer, und zwar nur, weil sie Frauen sind.

So stimmt das ja auch nicht. Aber die erste Absicht ist es, jenes Mitgefühl und jene Hilfsbereitschaft zu erzeugen, die sich – auch beim modernen Steinzeitmenschen – immer dann einstellt, wenn Frauen Gefahr droht. „Hilfe! Frauen sind benachteiligt, ungerecht behandelt, von Unterdrückern niedergehalten!“ Mit diesen emotionalen Botschaften im Hintergrund werden Seelen und Gefühle so lange weichgekocht, bis deren Wallungen den Weg zur Großhirnrinde versperren.

Also, wie kommt die Aussage „Frauen verdienen weniger Geld für gleiche Arbeit als Männer“ überhaupt zustande? Dazu zählt man in den großen volkswirtschaftlichen Statistiken, getrennt nach Männlein und Weiblein, die durchschnittlichen Bruttolöhne von Berufen oder Sparten über die ganze Lebensarbeitszeit hinweg zusammen und stellt sie anschließend einander gegenüber.

Für die statistische Masse „weibliche Arbeitnehmer“ ergibt sich dann tatsächlich ein „Gap“, also eine Kluft des Gesamteinkommens im Verhältnis zur statistischen Menge „männlicher Arbeitnehmer“.

Das heißt noch lange nicht, dass jede Frau für „die gleiche Arbeit“ weniger verdient als jeder Mann. Wenn ein weiblicher Ingenieur, sagen wir, in den letzten zwanzig Berufsjahren insgesamt vier Jahre Babypause hatte, ihr Berufskollege und Ehemann aber keines, dann bilanziert die Ehefrau unterm Strich natürlich ein geringeres Gesamt-Einkommen als ihr Mann, obwohl beide die gleichen Ingenieurstarife in ihren Honorarforderungen anwenden, die Bezahlung also keinen Geschlechtsunterschied kennt. Im Übrigen verdient die Ingenieursfrau samt ihrer Babypause gesamt immer noch mehr als ihre Sekretärin. Hier schreit niemand nach Ungerechtigkeit. Selbst die Ingenieursgattin wird sagen müssen, hier geht es nicht um Frau, sondern um Funktion.

Was uns die politischen Weiberleute mit dem Pay Day in Wahrheit sagen wollen, ist, dass die Frau für die Babypause und die Arbeitszeit in der Familie finanziell schadlos zu halten sei.

Denn damit am Ende der Karriere zwischen Mann und Frau eine Gleichsumme herauskommen kann, muss die Frau als Frau entweder einen um 20% höheren Lohn für die gleiche Arbeit haben, oder der Mann muss jahrelange Arbeitspausen einlegen. Et voilà ist das Endziel sichtbar. Männer sollen sich gleich lang wie ihre Frauen nach Haus zu Kind und Herd vertschüssen. Aus gleichem Lohn wird am Ende der zahme Hausmann. Auch gut. Das könnte viele Männer ansprechen oder für manche Familie sogar erfolgreich sein. Auch wenn die ererbten Gene nicht gerade erfreut sein werden. Was aber die Politfeministen beharrlich verlangen, ist, aus diesem Handel einen gesetzlichen Zwang zu machen. Ein Gesetz im Namen falscher Gleichheit kann nicht richtig sein.

Frauen und Männer müssen heute dringender denn je zuvor einen neuen Gesellschaftsvertrag unter sich aushandeln, das ist allen klar. Militante Halbwahrheiten und politisch korrektes Jammern von einer Seite allein führen weder zum Frieden noch zum gemeinsamen Erfolg.

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