Die Tasche

Meine Tasche
Meine Tasche

Über das Lateinische sind tausende Wörter nach Norden gewandert und Teil der germanischen Sprachen geworden. Aber viele haben auch den Weg in den Süden gefunden. Ein solches Wort ist Tasche. Italienisch Einzahl ‚tasca‘, Mehrzahl ‚tasche‘. Besser könnte die deutsche Herkunft nicht sichtbar sein. Uns Tirolern ist die Tasche sehr geläufig, nicht nur, weil uns die Gretl Maultasch an Wien statt an München verschenkt hat, sondern auch weil wir danach den Habsburger Herzog Friedl mit der leeren Tasche bekommen haben. Vielleicht liegt uns deshalb eine volle Geldtasch so nahe am… Herzen. Sonst sagen wir lieber Sack zur Tasche. Angefangen beim Sacktüchl, dem Taschentuch, und wenn wir Hosen wechseln, dann müssen wir zuerst die ‚Seck auslaarn‘. Wer in die eigene Tasche wirtschaftet, tut bei uns einsackeln. Ein anderer, der dir Geld abluchst, tut dich aussackeln. Von die ‚faulen Seck‘ oder dem lästigen ‚Seckl‘ gar nicht zu reden.

Nun ist Tasche längst nicht das einzige deutsche Wort im italienischen Sprachschatz. Neben etlichen anderen finden wir den ‚Helm‘ (‚elmo‘, elmetto‘), den ‚Saal‘ (‚sala‘, ‚salone‘, saletta‘) und sogar ein Meeresvergnügen wie den ‚tuffo‘ ins kühle Nass. Vom mittelhochdeutschen ‚toufan‘, gotisch ‚daupjan‘ ist es im Deutschen zur Taufe geworden. Auch ‚tief‘ hängt da tief drin.

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