Tirolisch | Zull

Tante Luise beim "Spritzponzn" 1942. Stiefmutter Kressen ist skeptisch Bilder aus dem Dekas-Album Schlanders
Tante Luise beim "Spritzponzn" 1942. Stiefmutter Kressen ist skeptisch Bilder aus dem Dekas-Album Schlanders

Schautart dekas käfer’s genau hin! Da krabbelt ein Käfer auf dem Käfer. Ab jetzt heißt mein VW-Käfer „Zull“. Das ist der Maikäfer auf Tirolerisch. Die Zull. Von wegen Beetle!

Die Zull
Die Zull

Bevor es ab den 1960ern mit dem wirksamen Giftspritzen losging (Titelbild), gab es in unseren Obstgärten im Mai richtige Käferplagen. Frisch ausgetriebene Apfelbäume wurden in kürzester Zeit zum kahlen Gerippe. Jagd auf die „Zullen“ war angesagt. Die Großen breiteten Leintücher aus und schüttelten die Maikäfer von den Bäumen. Die Kinder klaubten sie in Gläser oder Schuhschachteln. Dafür gab es dann eine kleine Belohnung. Käferkopfgeld, sozusagen. Und außerdem mussten die armen, aber gefräßigen Viecher sich noch jede Art von Folter und Mißhandlung durch die kleinen grausamen Menschlein erdulden. Max und Moritz waren nix dagegen.

Max_und_Moritz_fünfter_streich

Übrigens: Was früher im Mai stattfand, ist durch den Klimawandel vorverlegt. Die Zullen schlüpfen jetzt schon Anfang April. Die Giftmischerei verhindert Schlimmeres. Keine Zullenplage und keine Menschen-die-Zullen-plagen mehr.

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Dr.phil. Georg Dekas

georg@dekas.it