Sommerloch

Selbst wenn es ab und zu ofenheiß ist und Wiesen wie Wadel braun werden, so ist doch der Sommer eine höchst angenehme Erfindung, weil er uns das Sommerloch beschert. Dieses wiederum entsteht als Gegenteil von journalistischen Aus- und Nachgrabungen. Es ist ein Kraft sparendes Erzählen kraft Urlaub und Hitze. Somit ist das Sommerloch in den Zeitungen und im Fernsehen ein Maß für den hohen oder den niederen Stand der Sommerpflege. Ist das Loch groß, dann ist es auch die Kultur des Sommers. Die Meldungen sind beliebig und sehr, ja allzu menschlich. Sogar die große Tageszeitung schaut es dem kleinen Bezirksblatt gerne ab, was so alles breit und kunterbunt beschrieben werden kann. Oder welche exotischen Haustiere Herr und Frau Pichler halten und wo welche dunklen kühlen Kellerlöcher für acht Millionen Euro mit dem Geld der anderen gegraben werden könnten. Jetzt sind die hohen und wichtigen Damen und Herren auf Fernreisen oder auf der Alm und schreiben von dort höchstens Ansichtskarten, aber nix Ernstes für die Zeitung. Hoppla, war da nicht was? Ja, die Angelobung von Julia Unterberger im Landtag, sapperlott! Im türkisfarbenen Kleid mit hochhakigen, cremefarbenen Sandalen, schreibt das Sommerloch. Das ist heiß. Aber lassen wir das auf den Herbst. Wenn man genauer hinschaut hinter die bunten Sommerbilder in den Medien, dann steht es um die feine, alte Pflege des Sommers nicht so gut wie man gerne glauben möchte. Ganz unten im dunklen Sommerloch liegen keine Weinkeller, sondern es tauchen immer die gleichen schiachen Bohr-, Einschuss- und Haushaltslöcher auf und sagen uns, dass es in dieser kleinen, wahnsinnigen Mausklick- und Vollgas-Welt eine richtig unbeschwerte Sommerruhe gar nicht geben kann. Ach, liebes  Sommerloch, so bleibe doch!

Die
Dekas
Seite

Griasti! Des isch di Webseit von Georg Dekas