Ostern. Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Ostergrab St. Peter, Lana
Ostergrab St. Peter, Lana

Die Antwort kommt etwas später als zu Ostern, aber sie kommt. Einfach und unbeweisbar: Ja, klar, es gibt das Leben nach dem Tod. O je, nicht schon wieder so ein Gläubiger! Die Feiertage sind vorbei und die Priester haben ihren Dienst getan genauso wie die Osterdolomiten. Was also? Soll damit das ewige Leben auch vorbei sein? Sollen wir uns im Alltag wieder ausweglos dem 13,8 Milliarden alten und nicht mehr nur 13,4 Milliarden alten Universum ergeben, das die Form einer Mandarine haben soll und in dem ein Urknall die Endlichkeit geschaffen hat, die Kohle- und Schwefelverbindungen, die Neuronen, das tierische Sperma und somit uns, die wir wie alle vor uns kurz zu lebender Materie aufmopsen und wieder verlöschen, namenlos, spurlos, entseelt, ohne Erinnerung, Asche zu Asche, aber nichts darüber hinaus? Na gut, warum nicht, was im Jenseits ist, kann unser Verstand nicht fassen, aber genau deshalb sollten wir diesen irdischen Gesellen aus Synapsen und Lichtreflexen nicht unbedingt zum Richter über das All machen. Auch helfen die berühmten Bibelstellen wenig weiter. Was der Paulus den Korinthern geschrieben hat, mag sehr weise sein und sagt vielleicht noch Tieferes vom Wissen des alten Orients über die Unsterblichkeit der Seele aus als etwas über den jungen, frischen  Glauben der ersten Christengemeinden. Aber letztlich sind es nur Worte und Schriftstellen, so sehr Gott dahinter auch walten mag. Nein, die Gewissheit, dass es ein Leben, und zwar ein schönes, erfülltes und hellwaches Leben nach dem Tod gibt, diese geheimnisvolle und durch nichts zu rechtfertigende Gewissheit des Herzens entspringt nicht der Wissenschaft und nicht der Schrift, nicht dem Verstand und nicht Beweisen. Es ist die einfache Tatsache, dass wir es denken können, dass wir es haben wollen, dass Gott so sinnlos notwendig ist, dass wir im Osterkitz das neue Leben begrüßen, dem Lamm danken, das wir schlachten, dass wir unsere Kinder ihre Kinder bekommen sehen. Dass uns dieses Leben und seine Widersprüche mit einer Freude und einem Leid erfüllen, die nicht ganz von dieser Welt sein können. Wie überhaupt das göttliche Leben nach dem Tode etwas ist, was sich in diesem Leben nur Narren, Dichtern und Kindern zeigen mag, und das trotz dessen wirklich ist wie jedes kleine Gebräu im Reagenzglas.

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