Gib dem Koloss Sporen!

Nun dürfen Ärzte als gut bezahlte Angestellte des öffentlichen Dienstes am Rande ihrer Dienstzeit auf eigene Rechnung arbeiten. Im Spital des Steuerzahlers. Auch die Schwester wird von „Pantalone“ bezahlt, wie man in Italien treffend sagt. Also aus den großen, löchrigen Hosensäcken des Staates, in die wir auf der einen Seite unser halbes Geld hineinschütten, um auf der anderen Seite etwas herauszubekommen. Die einen erwischen nur Kleingeld, den anderen rinnt es dick zurück. Die im Spital privat arbeitenden Ärzte müssen saftige Honorare verlangen, denn sie bezahlen für die genutzten Mittel und Hilfen. Für die einen ist das ein Rückschritt in die Zwei-Klassen-Medizin. Für die anderen ist es überfällig, so wie man einen Patschen am Radl flicken muß, wenn man sich einen neuen Schlauch nicht leisten will. Private Doktors im Spital sind gutes Flickwerk für das viel zu planwirtschaftlich geführte Gesundheitswesen des Staates. Wie die Landesbeamten können die Spitalärzte jetzt auch einen Nebenverdienst haben. Klar und leicht überprüfbar. Sie nutzen bestehende Einrichtungen und zahlen dafür. Das ist wirtschaftlicher Gemeinsinn. Die Ärzte haben die private Tätigkeit im Spital hart erkämpfen müssen, und der öffentliche Koloss hat die Tür nur einen Spalt breit aufgemacht. Durch diesen schmalen Spalt werden die tüchtigeren und besseren Ärzte schlüpfen. Der Patient hat die Wahl. Vielleicht schultert er gerne eine sichere Ausgabe anstatt mehrerer kleiner, die zusammen nicht weniger Geld aber sicher mehr Zeit kosten und am Ende doch nicht zufrieden machen. Dass damit der öffentliche Gesundheitsdienst noch langsamer wird, ist nicht zu befürchten. Alle werden noch besser arbeiten, um sich nichts nachsagen zu lassen. Solche Sporen tun unseren übergewichtigen öffentlichen „Wesen“ nur gut, auch wenn sie stechen.

Die
Dekas
Seite

Griasti! Des isch di Webseit von Georg Dekas