Die Wiedergeburt des Reiches

Es war vor zwanzig Jahren. Im Dezember 1991 einigten sich 12 europäische Länder in Maastricht auf eine gemeinsame Währung, den Euro. Die neue Währung für Europa war eine politische Tat, weniger eine wirtschaftliche. Zwar brachte Euroland wirtschaftliche Vorteile mit sich, aber die Idee hinter dem Euro war es, eine festere Bindung der Staaten untereinander und damit den Frieden unter den Nationen zu  festigen. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches in Europa und dem Verlust des großen Feindes hätten sonst die Wege der einzelnen Länder vielleicht wieder zu alten, neuen Kriegen unter den Großen führen können. Der Euro ist so etwas wie die Wiedergeburt des früheren Römischen Reiches – nicht mehr als Reich „deutscher Nation“, sondern als das Reich des Euro. Ohne die Vorherrschaft eines bestimmten Landes sollten die großen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und Vorteile regieren. Heute zeigt es sich, dass rein wirtschaftliche Größen Herrschaft, Recht und Grundwerte nicht ersetzen können. Genauso wenig kann Deutschland sein Gewicht und seine Verantwortung verleugnen. Schon schimpft man auf die Euro-Nazis und glaubt, die Deutschen wollten ihre Herrschaft über Europa nicht wieder mit Kanonen, sondern diesmal mit Geld und Verträgen erlangen. Sie können einem Leid tun, die Deutschen. Sie wollen nichts anderes als feste,  verlässliche Verhältnisse und eine „harte“ Währung so wie die Mark es war. Mit dem Euro sind sie gezwungen, sich um die Haushalte der anderen zu kümmern, was ihnen schlecht ausgelegt wird. Wer will und kann schon Zahlmeister ohne Ende sein? Wenn er nicht eh gleich untergeht, dann kann es den Euro nicht lange ohne politische Führung geben. Das setzt gemeinsame Werte voraus, die über das Wirtschaftliche weit hinausgehen. Von Gott bis zur Tugend der Redlichkeit. Davon ist dieses Europa Lichtjahre entfernt.

Auch wenn die Aussichten verschwindend gering sind, ein geeintes Europa der Werte herzustellen, so lohnt es sich doch, für eine solche Renaissance oder Wiedergeburt zu kämpfen. Das große Europa muss sich an Haupt und Gliedern erneuern, wenn es eine Zukunft haben will und den Frieden dazu.  Genauso wie unser kleines Land Südtirol und seine Politik.

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