Die Kamper

Zu den Weihnachtsmärkten fallen sie wie die Heuschrecken ein. Die Kamper. So wollen wir sie nennen, diese dritte Generation nach Zelt und Wohnwagen. Bitte sehr, Zelten tut man noch, im best ausgestatteten „Camping“, aber eher im Süden und im Sommer. Das Zelt und irgendein fahrbarer Untersatz haben für die erste Welle im Tourismus gesorgt. Nach dem großen Krieg war das die große Freiheit für die Fahrenden und die Möglichkeit, in schöne fremde Länder zu kommen, ohne dass man im Lotto hätte gewinnen müssen. Die Holländer sind dann schon früh auf den Wohnwagen umgestiegen und haben sich für den Italienurlaub alles selber mitgenommen, vom Korkenzieher bis zu den Plastiktulpen. Mit der Zeit ist dann aus dem Wohnwagen ein Wohnmobil geworden, der „Camper“. Mit Dusche, Küche, Satantenne und einem heizbaren oder kühlbaren Wohnzimmer. Die komplette Ferienwohnung für das fahrende Volk. Aus den Zeltlern sind Kamper geworden, und die sind jetzt überall und das zu allen Jahreszeiten. Sie legen ab sechzig Mille hin für ihr Gefährt und dürfen dafür nirgends durch, nirgends halten und nirgends parken. Keiner mag sie. Zu Hunderten reihen sie sich an der Gampenstraße entlang auf und ärgern die Anwohner mit ihren Ableitungen, Auspuffen und ihrem Dasein. Angemessene „Campingplätze“ für die neuen Mobiltouristen? Fehlanzeige. So was darf man bei uns herunten im Tal gar nicht anlegen. Sagt das Land, dessen entsprechendes Gesetz von einer mittelalterlichen Zunft diktiert zu sein scheint. Ein Schelm, wer da an die mächtigen Hotelmeister unserer Touristenhochburgen denkt. Nur oben, in der Höh’, da darf es Caravan Parks geben. Die Schnalser haben diese Möglichkeit genutzt und einen schönen Park gebaut, der den Kampern ihre Würde zurückgibt. Manche brauchen halt länger Zeit zur Einsicht, dass die Kamper mehr und mehr werden, egal ob Südtirol mitspielt oder nicht. Mit dem Wohnmobil kann man ruckzuck auch anderswohin fahren. Das ist ja das Schöne an diesem plumpen, teuren Schneckenhaus. Aber wenn es schöne Parks gibt in diesem schönen Land, dann bleiben die Kamper mit Genuss und niemand muss sich ärgern. Und Südtirols Tourismuswirtschaft öffnet ein neues Kapitel. Ganz ohne Investitionsbeiträge vom Land. Denn sogar Kamper lassen Geld liegen.

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