Sprachglosse | Brutal

Brutal steil - Höfe in St. Martin am Kofel, Vinschgau - Bild privat
Brutal steil - Höfe in St. Martin am Kofel, Vinschgau - Bild privat

„brutal“ – ein Unwort zum Abgewöhnen. Brutal fein, brutal steil… das Wörtchen hat sich so zäh in unsere Umgangssprache eingenistet, dass es uns schon gar nicht mehr auffällt, wie „brutal“ es ist – und wie „brutal“  wir selber sind, wenn wir ständig „brutal“ sagen.

„Il bruto“ ist „der Unhold“, ein roher, gewalttätiger Kerl, „brutto“ heißt hässlich. Wie Eltern ihr Kind „Brutus“ nennen konnten (der später Cäsar „brutal“ erdolchen sollte), das wissen nur die römischen Götter und ein paar Schriftgelehrte. Zeit also, sich das „brutal“ abzugewöhnen.

Ersatz gibt es haufenweise. Der einfachste, wenn auch etwas fade, ist „gonz“.  Nicht gehen („no go“) tut „schrecklich schön“ (kommt ohnehin nur für Piefke in Frage) oder „total fein“.

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Dr.phil. Georg Dekas

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