Alltag im Büroviertel

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schließlich, 2008, das Landhaus Nr. 12, mit den Kernressorts der Arbeitnehmer Wohnbau, Gesundheit, Soziales, Arbeit. Ein Palazzo mit knapp 500 Beamten. Zur Mittagszeit ergießen sich die in die naheliegenden Essbuden. Nicht alle, versteht sich. Die Boznerinnen fahren zum Essen nach Haus, meistens, oder sie arbeiten Teilzeit und sind zu Mittag eh schon weg. Männer gibt es ohnehin nur als Spurenelemente. Das Land ist eine riesige Sozialanstalt für die Bozner Familien. Dazu ein andermal. Jetzt aber hinein in das Ristorante Pizzeria Penegal oder in das knapp dahinter gelegene Ristorante Pizzeria Queen! Toni TobakDoch halt, erst beim Tobak Toni vorbeigeschaut für ein Rubbellos, eine Handyaufladung oder ein Päckchen Zigaretten!

Gleich nebenan geht’s hinein zu Pina und Franco Jellicis Penegal. Dort wieselt die flinke Sara und gleicht so den Slowmotion-Stil der Wirtin aus. vedute little flink Sara at PenegalDer Franco ist ein exzellenter Wirt, der Ort eine optische Katastrophe, aber eben als solche tyyypisch italienisch. Mit Plastikmatten und Sanson-Werbe-Sonnenschirmen und jeder Menge Dreck am Boden.

vedute PenegalStilleben PenegalMah, jedenfalls schützen die grünen Baldachine vor neugierigen Blicken aus den Höhen der Büroetagen.  Im Penegal treffen sich am späten Nachmittag immer die selben steinalten Eisenbahner, Postler und Polizisten in Rente, um ihr Briscola zu spielen. Am Vormittag hat der Penegal jede Menge zu tun, um den Provinciali-Damen ihre Macchiatos zu machen. Mittgas um Eins ist es dann die Rush-Hour der Esser. Holzofenpizza und deftige Italo-Kost, Stichwort „Monte Carbonara“. Na, dann gehn wir heute lieber weiter zum Queen. Dort wartet Gentrid auf uns.

King GentridEine albanischer Kosovare, erst 21 Jahre jung, aber Vollunternehmer. Er ist in Lana aufgewachsen, spricht Tirolerisch und Italienisch wie bei Muttern und hat zusammen mit seinem Vater, Koch, und dessen Bruder (Pizzaiolo) die ganze Bude samt Wohnhaus gekauft. Seit knapp zwei Jahren führen sie den Familienbetrieb mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Die Pizza, obwohl nicht Holzofen, schmeckt besser als beim Penegal, die Nudel, ja mei, die Nudel, aber die Hauptgerichte, die haben’s in sich. Der Vater ist nämlich als Koch in der „Löwengrube“ durch die höhere österreichische Küchenschule  gegangen. Also gibt es schon mal knusprig gebratene Entenschenkel, saftige Rindsrippen an Krautsalat (heute), Spargel an Pragerschinken (gestern), aber selbstverständlich auch herrliche Bavette Cozze Vongole oder gebratenen Branzino – alles für 5 bis 8,50 Euro!!! Die Bude selbst ist grauslich. Das wird aber von den beiden Bedienungen Queen Diana„Queen Diana“ aus Moldawien und „Queen Adriana“ aus der Slowakei glatt vergessen gemacht.

queen Adriana

Bilder vom italienischen Boden („I piani di Bolzano“) werden nachgeliefert. Inzwischen ein regenfrischer Nachtrag. Am Nachmittag ging endlich der lang ersehnte Frühlingsregen nieder. Mit Regebogen.

regenbogen überm afi

Da schaut der Bauernbund auch frischer drein.

bauernbund am Nachmittag

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