Politik | Trojaner torpedieren Konvent

Orgel in Arnstadt - Bild G.J. Dekas (c) 2016
Orgel in Arnstadt - Bild G.J. Dekas (c) 2016

Zur ersten Veranstaltung des Autonomiekonvents in Bozen notiert ein deutsches Wochenmagazin aus Südtirol: „Und dennoch fällt die starke Präsenz der deutschsprachigen Rechten auf (…) An diesem Tag gewinnt man eher den Eindruck, das trojanische Pferd, das sind die Befürworter der Selbstbestimmung.“

Und weil der Eindruck so schrecklich ist, befragt das Magazin  den  feinnervigen Intellektuellen Francesco Palermo, den PD-Senator aus Bozen: „Wie man bei der ersten Veranstaltung in Bozen gesehen hat, ist es relativ leicht, den Prozess politisch zu torpedieren…“. Der kluge, fürs einfache Volk nicht immer ganz verständliche Senator tappt nicht in die Falle.

Das Magazin muss sich hingegen die Frage gefallen lassen, was diese Frage soll. Schon klar, was. Unliebsame Standpunkte Konvent sollen als Angriff und Sabotage abgewertet werden, U-Boot-Krieg und Eroberung mit List dienen als Wortbilder. Befürworter der Selbstbestimmung sind natürlich alle rechts und „deutschsprachig“ noch dazu. Kruder kann eine Aufteilung in gut und böse gar nicht sein. Partizipative Demokratie und Bürgersinn werden da offensichtlich nur mit einem Auge wahrgenommen. Sich über das Magazin und seinen politisch korrekten Konformismus aufzuregen ist zwecklos. Nicht nur Autos haben CW-Werte, auch Menschen. Deshalb ein paar ganz einfache Sätze zurück „torpediert“:

Wer konservativ denkt, ist noch lange nicht „die Rechte“. Wer politische Selbstbestimmung als Leitbild eines gewachsenen, staatsfähigen Raumes sieht, ist kein Verbrecher und kein Saboteur. Auch links, grün und liberal Denkende vertreten Selbstbestimmung positiv, sogar die Vereinten Nationen tun es. (Die UNO ist übrigens die Mutter unserer Autonomie).

Dass die selbstbestimmte Zukunft auf dem Autonomiekonvent nichts verloren hätte, weil sie „keine Chance“ auf unmittelbare Umsetzung habe, diese Denke ist die eines Krämers, nicht die eines Strategen.

Wer die Meinung der Bürger hören will, muss die Bürger wohl oder übel sagen lassen, was sie wollen und fühlen. Entscheidend ist nur, dass sie guten Willens sind. Sie brauchen dazu nicht die Aufgabe der juristisch geschulten Fachleute erledigen. Der Offene Raum sagt: Jeder und jede sind der Richtige, die Richtige. Beim Mitreden auf der „unteren Ebene“, wie auf dem Konvent wortwörtlich gesagt wurde. Sogar auf deutsch, und das heißt so viel wie deutlich. Ist echt was anderes als nur „deutschsprachig“.

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Dr.phil. Georg Dekas

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