Echt anders

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Zur ersten Veranstaltung des Autonomiekonvents in Bozen notiert Chefredakteurin Alexandra Aschbacher im Wochenmagazin „ff“: „Und dennoch fällt die starke Präsenz der deutschsprachigen Rechten auf (…) An diesem Tag gewinnt man eher den Eindruck, das trojanische Pferd, das sind die Befürworter der Selbstbestimmung.“

Als Aushängeschild ihres Mediums für den Konvent wählt Aschbacher den feinnervigen Intellektuellen Francesco Palermo, den PD-Senator aus Bozen. Unter anderem schiebt sie ihm folgende Frage in den Mund: „Wie man bei der ersten Veranstaltung in Bozen gesehen hat, ist es relativ leicht, den Prozess politisch zu torpedieren…“. Der kluge, fürs einfache Volk nicht immer ganz verständliche Senator tappt nicht in die Falle. Frau Aschbacher hingegen muss sich die Frage gefallen lassen, was sie mit ihrer martialischen Sprache bezweckt. Ja, es ist schon klar, was.

Unliebsame Standpunkte sollen als Angriff und Sabotage abgewertet werden, U-Boot-Krieg und Eroberung mit List dienen als Wortbilder. Für Frau Aschbacher sind die Befürworter der Selbstbestimmung alle politisch rechts und „deutschsprachig“ noch dazu. Kruder kann eine Aufteilung in gut und böse gar nicht sein. Partizipative Demokratie und Bürgersinn werden da offensichtlich nur mit einem Auge wahrgenommen. Eine Sichtweise übrigens, mit der sich Aschbachers „ff“ in guter bis bester Gesellschaft bewegt.

Sich über Konformismus aufzuregen ist zwecklos. Nicht nur Autos haben CW-Werte, auch Menschen. Deshalb ganz einfache Sätze zurück an den Absender. Wer konservativ denkt, ist noch lange nicht „die Rechte“. Wer die politische Selbstbestimmung als Leitbild eines gewachsenen, staatsfähigen Raumes sieht, ist kein Verbrecher und kein Saboteur. Auch links, grün und liberal Denkende vertreten Selbstbestimmung positiv und friedlich, in Übereinstimmung mit den Vereinten Nationen. Dass diese Zukunft auf dem Autonomiekonvent nichts verloren hätte, weil sie „keine Chance“ auf unmittelbare Umsetzung habe, diese Aussage ist eine, sagen wir es mildernd, unbewusste, aber doch einseitige Aberkennung des bürgerlichen Hausverstandes. Wer die Meinung der Bürger hören will, muss die Bürger wohl oder übel sagen lassen, was sie wollen und fühlen. Entscheidend ist nur, dass sie guten Willens sind. Sie brauchen dazu nicht die Aufgabe der Fachleute erledigen. Sollten etwa die etwas anderen Weiterdenker dem Bürgerkonvent fernbleiben, nur weil sie nicht „technisch“ genug reden? Der Offene Raum sagt: Jeder und jede sind der Richtige, die Richtige. Beim Mitreden auf der „unteren Ebene“, wie auf dem Konvent wortwörtlich gesagt wurde. Sogar auf deutsch, und das heißt so viel wie deutlich. Ist echt was anderes als nur „deutschsprachig“.

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