Sanität made in Italy – Nein Danke!

Seit nun schon über zehn Jahren bietet die Reform des staatlichen Gesundheitsdienstes in Südtirol unendlich viel Futter für Zeitungen. Schon richtig geschrieben. Es ist der staatliche Gesundheitsdienst, der „Servizio Sanitario Nazionale“, der bei uns das Sagen hat, nicht wir im Land. Die Provinzverwalter nennen ihn trügerisch  „Landesgesundheitsdienst“. Sie erwecken damit den Anschein, wir selber könnten dieses „Fahrzeug“ reparieren. Für die Landsleute klingt das glaubhaft, denn schließlich sind wir „autonom“ und bezahlen unsere Gesundheit ganz und gar selbst mit Südtiroler Steuergeldern.

Aber auf dem harten Boden der Straße läuft was anderes. In der Sanität sagt bei uns der Staat, wo es lang geht. Die „Autonome Provinz Bozen“, wie wir in Rom und bei den Italienern heißen, darf lediglich bestimmen, in welcher Reihe die Krankenbetten im Spital aufgestellt werden sollen, oder dass Frau Doktor Teilzeit arbeiten und eine Zweisprachigkeitszulage in der Gehaltstüte haben darf, oder dass der dieser und jener einen Posten kriegt und der andere nicht.

Um im „Auto“(-nomen) Bild zu bleiben: Alle fünf Minuten betanken und putzen wir ein Automobil der Luxusklasse made in Italy, wir stottern die Raten ab, wir bezahlen die Versicherung und die Reifen. Für alles das dürfen wir schön mitfahren. Die einen vorne, die anderen hinten, die einen schon Morgen früh und die anderen erst nächstes Jahr, aber dürfen tun alle.

Am Steuer sitzt der Staat. Er bestimmt die Route, er schreibt vor, wie viele Mechaniker beim Boxenstopp die Reifen wechseln müssen, er bestimmt, wieviel PS der Motor haben darf, er bestimmt sogar, wer „schwarz“ mitfahren darf. Aber in unseren Augen haben wir einen  lausigen Fahrer und Konstrukteure, die ihr vieles Geld nicht wert sind.

Seit zehn Jahren erwecken die Südtiroler Landespolitiker den Anschein, sie könnten diese Regeln ändern, sprich den öffentlichen Gesundheitsdienst von Grund auf reformieren. Die Leute wundern sich und protestieren, dass nie nix weitergeht. Das Land hat seit 10 Jahren Vorsatz keinen müden Cent einsparen können. Die Wartezeiten sind so lang wie einst die Sowjetunion groß war. Aber die, die einen Bekannten im System haben, die kommen alle schnell dran. Das ist die Zwei-Klassen-Medizin, meine Damen und Herren, nicht die zaghaften privaten Einsprengsel!

Nur ein einziger, kleiner Blick nach Müstair oder nach Innsbruck zeigt, dass die Ursachen für die Misere im italienischen System liegen. Der „Servizio Sanitario Nazionale“ wird als sowjetsozialistisches Staatsmonopol geführt und ist ebenso löchrig wie jenes.

Die einzige vernünftige Gesundheitsreform in Südtirol wäre die: Wer zahlt, schafft an. Zum Teufel mit Italien! Wir richten es selbst nach unserem eigenen, mitteleuropäischen Maß. Ob das eines Tages geschieht, hängt auch davon ab, welche Ziele sich unsere politischen Vertreter stecken. Und die hängen wieder davon ab, wie sehr wir Wähler denen Feuer unterm Hintern machen.

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Griasti! Des isch di Webseit von Georg Dekas