Einwanderer, nicht Flüchtlinge

LAMPEDUSA, ITALY - JUNE 21:  A boat loaded with illegal immigrant is seen on  June 21, 2005 in Lampedusa, Italy. Tens of thousands of immigrants land on the Italian coast each year, most of them heading from north Africa on ramshackle boats.In the Mediterranean Sea between Malta and Tunisia, Lampedusa Island is one of the main gateways for illegal immigration from Africa into Europe. According to a report by Amnesty International, Illegal immigrants who land in Italy consistently allege they have been abused, holding centres are overcrowded and no legal assistance is offered. Italian authorities refused to give access to the centres to enable further investigations by Amnesty. The Amnesty International report says 15,647 people were held in the centres in 2004: a 9 per-cent increase on the previous year. (Photo by Marco Di Lauro/Getty Images)
LAMPEDUSA, ITALY - JUNE 21: A boat loaded with illegal immigrant is seen on June 21, 2005 in Lampedusa, Italy. Tens of thousands of immigrants land on the Italian coast each year, most of them heading from north Africa on ramshackle boats.In the Mediterranean Sea between Malta and Tunisia, Lampedusa Island is one of the main gateways for illegal immigration from Africa into Europe. According to a report by Amnesty International, Illegal immigrants who land in Italy consistently allege they have been abused, holding centres are overcrowded and no legal assistance is offered. Italian authorities refused to give access to the centres to enable further investigations by Amnesty. The Amnesty International report says 15,647 people were held in the centres in 2004: a 9 per-cent increase on the previous year. (Photo by Marco Di Lauro/Getty Images)

In der täglichen Berichterstattung vieler Medien wird systematisch die Aussage verstärkt, es handle sich beim Zustrom von Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa heute um verzweifelte Menschen, die vor Krieg, politischer Verfolgung und vor dem Hungertod flüchteten. Ja, die gibt es zweifelsohne immer. In krassem Kontrast dazu stehen dazu die sichtbaren Eindrücke – die eigenen und die vermittelten. Beispiel 1: Schon seit Jahren stehen junge, starke, gesunde Männer aus Schwarzafrika putzmunter den ganzen Tag am Bozner Boden herum. Amtlich sind es „Flüchtlinge“. Ob ihnen die staatliche Flüchtlingshilfe auch das Smartphone bezahlt, mit dem sie den ganzen Tag wer weiß mit wem telefonieren? Genau diese Burschen haben sich unlängst darüber beklagt, dass sie seit der Umsiedlung ins Hotel Alpi 15 Minuten zu Fuß zum Mittagessen gehen müssten. Beispiel 2: In einer italienischen Tageszeitung gibt es ein Foto mit dem Text: „Junge Flüchtlingsfrauen vor der Abfahrt am Bahnhof Bozen“. Was sieht man auf dem Bild?  Zwei junge, modisch gekleidete Frauen mit Smartphone am Ohr und Plastiktüte in der Hand hasten den Bahnsteig entlang. Nichts außer das Aussehen unterscheidet sie von hiesigen Frauen. An und für sich schön. Vielleicht gibt es auch politisch verfolgte Zwanzigjährige mit Dauerwelle, Piumino und Smartphone. Recht wahrscheinlich ist das nicht. Wahrscheinlicher ist, dass alle diese jungen Menschen mehr zu etwas hin wollen als von etwas weg. Was verständlich ist. Schließlich ist halb Europa mit diesem Willen nach Amerika ausgewandert. Mit Ausnahme der berühmten „Pilgrim Fathers“ und weniger anderer ist niemand mit dem Schiff in die Neue Welt übergesetzt, um sich vor religiöser oder politischer Verfolgung zu retten, sondern um dort sein Glück zu versuchen. Folglich wurden die „neuen Amerikaner“ auch nicht Flüchtlinge genannt, sondern Auswanderer bzw. Einwanderer. Obwohl auch sie der heimischen Armut, der harten Herrschaft und den grausamen Kriegen im damaligen Europa entflohen sind. Nichts anderes gilt heute für viele Orientalen und Afrikaner. Sie wollen ihr Glück in den „Vereinigten Staaten von Europa“ suchen und glauben, ihr „Kalifornien“ schon entdeckt haben: Deutschland, Niederlande, Skandinavien. Trotz dieser augenscheinlichen und leicht verständlichen Tatsachen ist das offizielle Europa auf „Flüchtlinge“ fixiert und meint angesichts des tragischen Sterbens von Menschen auf der Überfahrt nur einen humanitären und befristeten Auftrag zu haben. Das ist falsch. Denn die, die kommen, wollen bleiben. Um der Wahrheit ins Auge zu sehen, ist es zuerst notwendig, das Wort „Flüchtling“ nicht mehr pauschal zu gebrauchen. Es muss jenen vorbehalten bleiben, die als Bürger ihres Heimat-Staates wegen ihrer religiösen oder politischen Überzeugung bis zum Tod verfolgt werden. Das ist ein verschwindend kleiner Teil jener, meist junger Männer, die mit den Booten übers Mittelmeer nach Europa geschleust werden. Wir haben es mit Einwanderern zu tun, und so sollten sie auch genannt werden.

 

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