Bürger wählen Bürger

290_johann_gottlieb_fichte_als_berliner_landsturmmann_

Gemeindewahlen sind kein Zeugnis für Landesregierung

Noch sind die Wahlen der Gemeinderäte und Bürgermeister zwischen Winnebach und Reschen, Salurn und Brenner im Gang. Die Auszählung der Stimmen beginnt ab Neune abends und wird mit Spannung erwartet – nicht nur von den tausenden Mitbürgern, die sich der Wahl durch das Volk gestellt haben und nun sehen wollen, wie sie abschneiden, sondern vor allem von den politischen Parteien, Bewegungen, Listen und Bürgervereinigungen, in deren Zeichen sich Männer und Frauen für die Lenkung des Gemeinwohls zur Verfügung stellen. Noch kann und soll keine Vorhersage oder Annahme zum Wahlergebnis gemacht werden, aber Einiges lässt sich jetzt schon sagen:

SVP-Ortsgruppen werden besser halten als erwartet 

Die Nichtwähler werden eine stabile Partie bleiben, die freien Bürgerlisten werden Erfolge feiern, hie mehr, dort weniger, und die in unserem Tiroler Landesteil  „staatstragende“ SVP wird sich in den 109 Gemeinden viel besser halten, als man nach den Skandalen auf Landesebene und der durchwachsenen Performance der Koalition von Volkspartei und Partito Democratico in der Landesregierung vermuten würde. Das hat einen klaren Grund. In den Gemeinden wählen Bürger Bürger. Dort zählt weniger das Parteizeichen als vielmehr die Interessenlage des Wählers und das Gesicht und Profil des Kandidaten.

Dank an die einfachen Gemeinderatskandidaten

Und wie wir in der langen Werbezeit vor diesen Wahlen gesehen haben, hat unser Land auf allen Listen viele gute Gesichter und eine gesunde Vielfalt anzubieten. Ein Dank geht von dieser Stelle schon vorab an all die Männer und Frauen, die Jungen und Alten, die sich ohne Aussicht auf wohldotierte Posten bereit erklärt haben, am Fortgang ihrer örtlichen Gemeinschaft mitzuwirken und die Werte ihrer Gruppe mitzutragen. Das ist immer weniger selbstverständlich, ist aber Teil des kulturellen Reichtums dieses Landes – noch.

Erfolg oder Misserfolg sind ortsgebunden

Wenn es nun so sein wird, dass die SVP- Ortsgruppen in den Gemeinden gut oder besser als erwartet Stimmen auf sich vereinigen können, dann wird es aus dem Landes-Parteisitz große Worte geben – ist nix dagegen zu sagen. Denn wie im Politikbetrieb üblich, werden sogar die „Verlierer“ ihr Ergebnis schöner färben als es ist. Was bei der SVP hingegen zu erwarten sein wird, ist, dass auch der Landeshauptmann Arno Kompatscher der Versuchung nicht wird widerstehen können, den Erfolg der Ortsgruppen im Edelweiß als Zeichen der Unterstützung der Bevölkerung für den Kurs seiner Landesregierung zu deuten.

Gemeinde und Land sind zwei Paar Schuhe

Für diesen wahrscheinlichen Fall sei der Landesregierung gesagt, dass die Wahl von Bürgermeister und Gemeinderat und die Arbeit der Landesregierung zwei paar Schuhe sind. Das Gleiche gilt für ihre Gegner. Dort, wo die Landesregierung ihre größten Böcke geschossen hat, wird sich das bemerkbar machen, aber Revolution ist keine zu erwarten. Weil, wie gesagt, Bürger Bürger wählen. Als Quittung oder Anerkennung für die Profi-Politiker taugen Gemeindewahlen nur bedingt.

Die
Dekas
Seite

Griasti! Des isch di Webseit von Georg Dekas