Schön ist was?

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Der Mensch ist schon ein sonderbarer Geselle. Nein, es soll hier nicht noch mehr Tinte auf unsere schwarze Zeit gegossen werden, die so tut, als ob sie ganz goldig wäre. Wir schieben jetzt die Unholde und den ganzen Unfrieden einmal ganz einfach beiseite.

Sonderbar ist der Mensch auch ohne seine Schatten-Seele. Wie etwa kann es sein, dass ein Michelangelo die Schönheit selbst malen kann, ein Einstein das Weltall errechnet, ein Oppenheimer die Atombombe baut und überhaupt das Schreckliche und das Schöne so nah beisammen sind?

Ja, – was ist eigentlich schön? Ganz einfach. Das Leben ist schön, das sagt der Toskaner Benigni. La vita è bella! Ja, tatsächlich. Da kann uns kein Krisengerede drausbringen. Keine noch so großen Unglücke und Schicksalsschläge können diesen Urkern des Menschen erschüttern. Dieser sonderbare Geselle Mensch hat einen Schönheitsdrang, der sich in allen möglichen Formen, Gestalten und Farben, in den unglaublichsten Pärchen, in den aberwitzigsten Moden Geltung verschafft. Der Mensch bringt so viele, ja unzählige Spielformen der Schönheit hervor, dass er in dieser verschwenderischen Schaffensfreiheit ein echter Teil der Natur ist, die in Allem genauso tut.

Der eine findet hässlich, was der andere schön sieht. Das heißt nicht, dass es kein zeitloses Maß für Schönheit gäbe – das gibt es. Es ist nur das Drängen und Stupsen im unendlichen Supermarkt des Schönen. Wie kann es sein, dass alle zusammen eine Zeitlang sich überall Tatoos einstechen lassen und das schön finden – zu anderen Zeiten oder nebenan im Grunde gleich gebaute Menschen aber abscheulich?

Wie kann es sein, dass ein nagelneues Auto so toll und schön ist, zehn Jahre später aber eine lächerliche Kiste unmöglich findet? Der Geselle Mensch ist eben so gesellig, dass er das schön findet, was seine Lieben, seine Vorbilder und seine Nächsten schön finden. Sich abheben möchte er schon ein bisschen, aber nicht so, dass er als Depp und Tschapp dasteht.

Schönheit ist ansteckend, das Schöne verbindet. Auch wenn morgen ganz etwas anderes schön ist. Einen Sonnenuntergang hat noch nie jemand als nicht schön empfunden, und wenn das einer sagt, dann nur, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Was auch schön ist.

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