Der neue Arno

arno florence pixabay

Mensch, wie die Zeit vergeht! Gerade noch haben wir uns ein gutes Neues Jahr gewünscht, und schon ist dieses gute neue Jahr gefühlte drei Monate alt. Schuld daran ist die neue Landesregierung, ganz klar. Einen Schuldigen außer uns selbst brauchen wir immer. Seit wir keine Böcke mehr in die Wüste oder ins Haberfeld schicken, muss die Regierung als „multi-uso“ Sündenbock  herhalten, sogar wenn sie alles gut macht. Das ist nicht nur das Brot der Opposition, sondern Teil der Gage eines Politikers. Ein Blick zurück: Am 27. Oktober 2013 hatte das Land gewählt und mit über 81.000 Stimmen dem Völser Bürgermeister Arno Kompatscher einen kräftigen Schub gegeben, sich als neuer Landeshauptmann einzuwärmen. Auch wenn, zusammen genommen, mehr Südtiroler etwas anderes als Arno auf den Wahlzettel geschrieben hatten und Arnos Partei bedenklich schwächelte – der Einzelerfolg des „jungen“ und „neuen“ Völsers war überwältigend und ein klarer Auftrag.  Dennoch hat es quälend lange gedauert, bis der Erneuerungs-„ArNeo“ seine Truppe beinander hatte. Darum wirkt der politische Neuanfang im Neuen Jahr schon etwas alt. Dabei lagen keine übermächtigen Hinkelsteine im Weg. Anders als für die beiden „Erzengel“ Angela und Gabriel in Berlin ging es in Bozen um keine GroKo, im Gegenteil, es ging um eine KleKo – eine Kleine Koalition mit dem roten Peedee statt mit den Grünen oder den Blauen. Das bisschen Bizzo und das Kulturhauptstädterchen Christian vertreten hierzulande nicht einmal 10% der Wählerstimmen. Fliegen wiegen mehr, müsste man meinen. Aber im Staat, der bis zum Brenner hinauf  das letzte Wort hat, sind sie die Regierungspartei. In Rom ist die SVP ihr klitzekleiner Bundesgenosse. Deswegen haben sich die Genossen untereinander nicht schneller verstanden. Am 9. Jänner 2014 jedenfalls ist es endlich so weit. 34 Abgeordnete zum Südtiroler Landtag wählen ihren Mitabgeordneten Arno Kompatscher zum neuen Landeshauptmann von Südtirol: 20 stimmen zu, 14 enthalten sich. Die großen Erwartungen der öffentlichen Meinung scheint der Landtag nicht zu teilen. Das neue politische Jahr hat begonnen, die neuen fünf Jahre Verwaltung und Gestaltung der Südtiroler Autonomie auch: „Prosit Neujahr, Glück auf, Alles Gute!“ Das Regierungsprogramm allerdings hat einen so gewaltigen Anspruch, dass man den ArNeos nicht nur „Gute Arbeit!“ zuruft, sondern auch hofft, dass am Ende der Legislatur nicht irgendjemand kleinlaut sagt: Mensch, wie die Zeit vergeht!

Die
Dekas
Seite

Griasti! Des isch di Webseit von Georg Dekas