Glosse | Liebes Sommerloch

Jalousie - Bild G.J. Dekas (c) 2020
Jalousie - Bild G.J. Dekas (c) 2020

Dieses Loch entsteht, wenn Zeitungsschreiber einmal nicht graben.   Somit ist das Sommerloch in den Zeitungen und im Fernsehen ein Maß für den hohen oder niederen Stand der Sommerpflege. Ist das Loch groß, dann ist es auch die Kultur des Sommers – zum Beispiel Sommerfrische. Die Meldungen sind beliebig und sehr, ja allzu menschlich. Sogar die große Tageszeitung schaut es dem kleinen Bezirksblatt gerne ab, was so alles breit und kunterbunt beschrieben werden kann.

Oder welche exotischen Haustiere Herr und Frau Pichler halten und wo in Girlan dunkle, kühle Kellerlöcher für acht Millionen Euro mit dem Geld der anderen gegraben werden könnten. Jetzt sind die hohen und wichtigen Damen und Herren auf Fernreisen oder auf der Alm und schreiben von dort höchstens Ansichtskarten, aber nix Ernstes für die Zeitung.

Wenn man genauer hinschaut hinter die bunten Sommerbilder, dann steht es um das Sommerloch nicht so gut wie man es gerne haben möchte. Ganz unten im dunklen Sommerloch, da liegen keine Weinkeller, da tauchen immer die gleich schiachen Bohr-, Einschuss- oder Haushaltslöcher auf. Die sagen uns, dass es in der wahnsinnigen Mausklick- und Vollgas-Welt eine richtig unbeschwerte Sommerruhe gar nicht geben kann.

Ach, liebes  Sommerloch, so bleibe doch!

Die
Dekas
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 Webseite von

Dr.phil. Georg Dekas

georg@dekas.it